Champions League - Group A - FC Red Bull Salzburg v Bayern Munich

Salzburg-Trainer Jesse Marsch verstand die Fußballwelt nicht mehr.

© REUTERS / ANDREAS GEBERT

Sport Fußball
11/04/2020

In der Champions League sind die Salzburger Teilzeit-Arbeiter

Österreichs Meister forderte auch die Bayern, aber nur 79 Minuten. Dann schlitterte man in ein 2:6-Debakel.

von Stephan Blumenschein

Neun Salzburger zu vier Bayern – so lautete das Spielerverhältnis im Red-Bull-Strafraum bei einem Eckball der Gäste in der 79. Minute. Trotzdem konnte Jerome Boateng praktisch ungehindert zum vorentscheidenden 3:2 einköpfeln. Wie schon bei Atlético Madrid (2:3) fiel das dritte Gegentor nach einer Ecke, bei der sich die Salzburger erneut wie Anfänger anstellten.  Das erste Duell mit dem Titelverteidiger endete schlussendlich 2:6. Das ist die höchste Europacup-Niederlage der Salzburger in der Ära Red Bull (also seit 2005).

Lob gab es trotzdem – auch von den deutschen Medien. „Starkes Salzburg verliert am Ende überdeutlich. Das 6:2 war aber bei Weitem nicht so klar, wie es das Ergebnis vermuten lässt“, schrieb das Fachmagazin Kicker. Der Münchner Merkur meinte: „Was dennoch nicht untergehen sollte: Dass Salzburg den Triple-Sieger beim 2:6 zeitweise richtig ärgern konnte.“ Und die Münchner Abendzeitung sah „ein flottes Spielchen, das der Titelverteidiger bei Österreichs Dauer-Meister zu überstehen hatte“.

Die vielen angereisten deutschen Journalisten bekamen ja auch ein attraktives Spiel zu sehen – wie überhaupt Salzburgs Champions-League-Auftritte immer sehenswert sind. Aber im Fußball gibt es keine Haltungsnoten, da zählen die Tore. Von denen schießt Salzburg zwar durchaus viele (je zwei in jedem der drei Gruppenspiele), aber noch mehr erhält man.

Rückblende

„So billige Gegentore gegen eine solche Mannschaft dürfen wir nicht kassieren“, meinte Zlatko Junuzovic. „Wir bekommen einfach zu viele Tore. Wenn du einen Fehler machst, wird es immer gefährlich. Wir müssen lernen“, sagte sein Trainer. Getätigt wurden diese Aussagen aber nicht nach der Bayern-Partie, sondern vor einem Jahr ebenfalls nach dem dritten Gruppenspiel, einem 2:3 daheim gegen Napoli.

Gelernt haben die Spieler von Marsch in zwölf Monaten offensichtlich wenig. Waren es 2019 neun Gegentore zur Halbzeit der Gruppenphase, sind es 2020 elf. „Es war klar, dass es ein Schlagabtausch werden kann. Salzburg war mutig, wurde teilweise auch dafür belohnt. Aber sie haben in der Defensive auch einige Lücken offenbart“, resümierte Bayern-Star Thomas Müller.

Salzburg begann auch gegen das aktuell beste Klubteam der Welt überfallsartig. Das Tempo war atemberaubend, selbst die Bayern hatten Mühe damit. Aber Salzburg übertrieb es. Schon in der starken ersten Hälfte war zu befürchten, dass Red Bull der Spielweise Tribut zollen wird müssen. So kam es auch.

Marsch versuchte nach 70 Minuten die Defensive zu stärken, brachte Verteidiger Onguéné für Stürmer Berisha. Stabilität brachte die Umstellung auf eine Fünferkette aber keine. Im Gegenteil. Salzburg lief in ein Debakel. Marsch gab danach zu, dass die Umstellung ein Fehler war. Schuld am entscheidenden 2:3 war diese aber nicht.

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