Hofmann steht im Lavanttal vor einem Jubiläum.

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Sport | Fußball
04/09/2016

Hofmann: "Das wird mein letztes Jubiläum bei Rapid"

Steffen Hofmann steht in Wolfsberg heute vor seinem 500. Spiel für Rapid und blickt zurück.

Der Blick nach vorne ist klar. "Es ist nach vier sieglosen Partien wieder höchste Zeit für einen Erfolg. Wenn wir Salzburg noch ärgern wollen, sollten wir in Wolfsberg gewinnen", sagt Steffen Hofmann vor dem Duell mit dem WAC (Samstag, 18:30, live auf Sky).

Beim Blick zurück tut sich der Rapid-Kapitän nach 14 Jahren in Hütteldorf schon schwerer. Es gibt nur zwei Vereine, gegen die der 35-Jährige in der Bundesliga öfter verloren als gewonnen hat. "Salzburg ist sicher dabei". Richtig. "Und dann tippe ich auf die Admira."

Die jüngste, gegen die Admiraner katastrophale Vergangenheit siegt also über das Langzeitgedächtnis. Nein, tatsächlich ist es der WAC mit vier Siegen und fünf Niederlagen. "Ach so, die Wolfsberger", schmunzelt Hofmann. "Na dann passt unser Match ja perfekt."

Hofmann steht im Lavanttal nämlich vor einem außergewöhnlichen Jubiläum. Vor seinem 500. Pflichtspiel im Rapid-Dress. "Das wird sicher mein letztes Jubiläum", stellt Hofmann klar.

Am 17. Juli 2002 gab es das – missglückte – Debüt mit einer 1:2-Heimniederlage gegen die Admira. Heute geht es gegen den zu Hause seit August 2015 makellosen WAC, der seit dem 0:3 im Happel-Stadion in acht Partien ungeschlagen blieb.

Meister-Chance

Es könnte für die Wiener die letzte Chance auf den Titel sein. "Es muss das Ziel von jedem Spieler sein, ganz vorne zu stehen. Salzburg muss Meister werden, aber natürlich wollen wir das auch", sagt Hofmann, der damit rechnet, seine persönliche Bilanz mit dem WAC auszugleichen. Denn das – und da ist Hofmann in jedem historischen Detail sattelfest – ist dem ewigen Spielmacher heuer schon einmal gelungen. "Ich hab’ mir vor dem letzten Derby extra meine Bilanz gegen die Austria rausgesucht. Am Anfang haben wir ja da kaum was gewonnen." Das 3:0 im Februar in Favoriten brachte doch noch den Ausgleich: 15 Siege, 15 Unentschieden, 15 Niederlagen.

Ebenso kurios ist die Europacup-Bilanz des Würzburgers, der in 71 Spielen (Vereinsrekord) bei beachtlichen 25 Toren hält: Nur gegen Kasan und Aston Villa gab es jeweils vier Spiele – und vier Mal gab es gegen die höher eingestuften Gegner auch den Aufstieg. "Das sind allesamt wunderbare Erinnerungen. Aber das Allergrößte bleibt schon der Einzug in die Champions League mit dem 1:0 in Moskau 2005."

Mit dem damaligen Trainer Josef Hickersberger hat ihn das engste Verhältnis verbunden. "Unter ihm hab’ ich debütiert, Hicke hat mich rasch zum Kapitän gemacht. Das ist etwas Spezielles."

Ebenso speziell wie die Bilanz unter Georg Zellhofer: beim ersten Spiel nach der Rückkehr aus München ist ein Band im Knie gerissen, Zellhofer war einen Monat später Geschichte. Seinem späteren Trainer Peter Schöttel könnte er noch den Rapid-Rekord nehmen. Nur noch 25 Spiele fehlen auf die Nr. 1. "Das war nie ein Ziel. Aber jetzt, so knapp davor, wäre das schon etwas Tolles."

Cup-Ärger

Auf nationaler Ebene nennt Hofmann – logischerweise – das 7:0 in Salzburg "als größtes Highlight". Damals, am Ostersonntag 2008, wurden die Weichen zum letztmaligen Titelgewinn gestellt. "Jetzt hab’ ich noch zwei Ziele als Spieler: noch einmal Meister werden und endlich diesen Cupsieg schaffen."

Das 0:1 im Cup-Viertelfinale im Februar gegen die Admira schmerzt außerordentlich – obwohl es ja nach der Vertragsverlängerung bis zum Sommer 2017 noch eine Chance gibt. "Das war für mich schlimmer als Valencia." Warum? "Vom Europa-League-Sieg zu sprechen, wäre ohnehin vermessen gewesen. Aber gegen die Admira haben wir eine echte Chance auf den seit 1995 fehlenden Cupsieg verspielt."

Auf ein Best-of-Böse im grünen Dress will Hofmann lieber verzichten. "Ganz ehrlich, ich hab’ hier schon so viele Tiefpunkte erlebt. Ich will nicht auch noch alte Wunden wieder aufreißen."