Europa League match Feyenoord-Wolfsberger AC

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Sport Fußball
10/30/2020

"Historischer Abend" des WAC: Liendl auf den Spuren von Ibrahimovic

Mit seinen drei Toren führte Liendl den WAC zum Erfolg in Rotterdam. Die Hausherren waren auf den Schiedsrichter sauer.

Der WAC ist in der Europa League wieder in aller Munde. Österreichs Bundesliga-Dritter der Vorsaison feierte am Donnerstagabend einen 4:1-(2:0)-Sieg beim niederländischen Traditionsklub Feyenoord Rotterdam, der damit die erste Niederlage in diesem Jahr kassierte. Der ehemalige Meistercup- und Weltpokal-Sieger - 1970 unter Österreichs Trainerlegende Ernst Happel und mit ÖFB-Teamspieler Franz Hasil - war zuvor seit 12. Dezember 2019 in 20 Pflichtspielen ungeschlagen geblieben.

Matchwinner für den WAC, der nun auch die Gruppe K anführt, war Michael Liendl. Vier Tage nach seinem 35. Geburtstag erzielte der Kapitän der Kärntner drei Tore. Damit gehört Liendl einem elitären Kreis von Routiniers an: Nach Schwedens Superstar Zlatan Ibrahimovic und dem spanischen Ex-Internationalen Aritz Aduriz ist der Steirer nun der drittälteste Spieler, dem in der Europa League ein Triplepack glückte.

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"Wird mir nicht mehr so oft passieren"

"Das ist natürlich überragend", meinte Liendl nach dem ersten "Hattrick" seiner Profi-Karriere. "Nachdem ich keine 20 mehr bin, wird mir das auch nicht mehr so oft passieren." Gleichzeitig beschwor der "Leitwolf" aber auch den "überragenden Teamspirit", ohne den dieser persönliche Rekord nicht möglich gewesen wäre. "Wir haben heute über 90 Minuten bewiesen, dass wir ein unglaubliches Kollektiv sind. Wir haben alle richtig, richtig gut gearbeitet. Und dann kommt am Ende so etwas zustande."

Europa League match Feyenoord-Wolfsberger AC

Sein Trainer Ferdinand Feldhofer sprach von einem "historischen Abend" und war vor allem mit der ersten Hälfte "sehr zufrieden. Da haben wir haben ganz, ganz wenig zugelassen." Dazu kamen die perfekten Laufpässe "hinter die letzte Kette" des Gegners, die zu den ersten beiden Elfmetern (4., 13.) jeweils nach Fouls an Christopher Wernitznig führten. Und Liendl, der sich nun "wieder sehr sicher vom Elfmeterpunkt" fühlt, ließ sich diese Chancen wie schon beim 1:1 zum Auftakt in der Vorwoche gegen ZSKA Moskau nicht entgehen.

Vorzeigeprofi Michael Liendl

Erst nach dem Wechsel folgte die stärkste Phase von Feyenoord, die aber trotz einer Vielzahl von hochkarätigen Chancen nur zum kurzzeitigen Anschlusstreffer durch Steven Berghuis (53.) reichte. "Sicher hatten wir ein, zwei Phasen, wo wir geschwommen sind. Doch das ist auf internationalem Parkett ganz normal, das kann passieren. Aber über diese Durststrecke sind wir auch recht gut drübergekommen", betonte Liendl. "Sonst haben wir es extrem gut gemacht, da tut sich jeder Gegner gegen uns schwer. Wir haben absolut verdient gewonnen, auch in dieser Höhe."

Feldhofer bewies ein gutes Händchen, als er Europacup-Debütant Kai Stratznig in der 59. Minute einwechselte. Denn der 18-Jährige nutzte gleich seinen ersten Ballkontakt zu einem blitzschnellen Vorstoß am Flügel, mit dem er das 3:1 durch Liendl vorbereitete (60.). "Schön, dass ich auch aus dem Spiel noch treffen kann, dass ich nicht nur auf die Elfer reduziert werde", meinte der dreifache Torschütze, den Feldhofer als "Vorzeigeprofi" bezeichnete.

Feyenoords Ärger mit dem Schiedsrichter

Daneben freute sich der 41-Jährige besonders für Stratznig: "Er musste lange warten, hatte im Frühjahr seine Feuertaufe in der Bundesliga und jetzt im Europacup. Wir können stolz sein, dass wir so einen jungen Kärntner in der Mannschaft haben."

Feyenoord Rotterdam vs Wolfsberger AC

Dieser dritte Treffer und die Umstellung auf Fünferkette beendete die Drangperiode der Rotterdamer, die total sauer auf den serbischen Schiedsrichter Srdjan Jovanovic waren. "Ja, dieser Mann war ein Drama", schimpfte Feyenoord-Coach Dick Advocaat und sprach von "zwei ungerechtfertigten Elfmetern" mit Blick auf den zweiten und den dritten, den Teamplayer Liendl dann Dejan Joveljic überließ (66.).

"Er hat sich nicht nur einmal bedankt bei mir", verriet der WAC-Kapitän. "Er hat mich schon nach dem ersten Elfer gefragt, ob er schießen darf. Da wollte ich ihn (den Ball, Anm.) noch nicht hergeben. Dann habe ich ihm gesagt, wenn noch einer ist, dann kann er schießen", berichtete Liendl. "Das ist extrem wichtig für die Stürmer bei uns, dass die dann auch treffen und sich dadurch auch Selbstvertrauen holen."

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