Heimvorteil für Wattens im Cup gegen eine Unbekannte namens Rapid

Zoran Barisic (mit Panis und Glieder) wurde dreimal mit dem FC Tirol Meister und stieg gegen Fiorentina im Jahr 2000 auf
Die WSG setzt im Cup-Achtelfinale auf das Gernot-Langes-Stadion. In Wattens wird gerätselt, wie stark Rapid-Trainer Barisic umbauen wird.

Ferdinand Feldhofer hätte beim Betreten des kleinen Gernot-Langes-Stadions seine Erinnerungen bekämpfen müssen. „Nach dem Aufstieg mit Lafnitz haben wir das erste Spiel in der 2. Liga bei der WSG mit 1:6 verloren“, erzählt der Ex-Rapid-Coach.

Interimstrainer Zoran Barisic hat vor dem Cup-Achtelfinale, das nicht am Tivoli, sondern in Wattens ausgetragen wird (18 Uhr, ORF1 live) hingegen positive Gefühle: „Zwei sehr starke Auftritte hatte ich 1998 mit dem FC Tirol auf diesem kleinen Platz: Im Kristallweltencup gegen Mallorca und 1860 München mit Co-Trainer Pacult.“

Der Wiener, der mit den Tirolern drei Mal Meister wurde, ergänzt vor der Rückkehr auf die Trainerbank mit einem Lächeln: „Das war aber auch schon der Höhepunkt für mich unter Trainer Cipro. Der hatte sonst kaum Verwendung für mich.“

Unter Nachfolger Kurt Jara wurde Barisic dann zum Verteidiger umfunktioniert und spielte dabei an der Seite des heutigen WSG-Sportchefs Stefan Köck. Die ehemaligen Teamkollegen pflegen noch heute einen regen Austausch, Barisic hat in Tirol viele Freunde gefunden.

Schuss ins Blaue

Der Trainerwechsel bei Rapid unmittelbar vor dem Cup-Achtelfinale erwischt die Tiroler auf dem falschen Fuß. „Dieses Match ist für uns ein Schuss ins Blaue“, gesteht Trainer Thomas Silberberger. Deshalb verzichtete er im Vorfeld auch auf detaillierte Analysen des Gegners. „Wir haben die Devise ausgegeben, dass wir uns mit Rapid erst gar nicht befassen.“

Nur eines wagt der Langzeitcoach der WSG, der 2023 sein zehnjähriges Jubiläum feiert, zu prophezeien: „Zoki wird extrem viel verändern und massiv in die Aufstellung eingreifen. Sonst hätten sie ja beim Trainer nicht die Reißleine ziehen müssen. Ich glaube, dass er die Spieler auf den Positionen einsetzt, für die er sie geholt hat.“

Große Heimstärke

Zwischen den Zeilen lässt sich Silberbergers Verwunderung über so manche Personalentscheidung von Feldhofer herauslesen: „Burgstaller hat phasenweise auf der Sechs verteidigt, ich kann mir nicht vorstellen, dass Barisic ihn für das zentrale Mittelfeld geholt hat, sondern als Stürmer.“

Während die WSG-Akteure nicht genau wissen, was sie bei Rapid (ohne Kühn, Querfeld und Wimmer) erwartet, setzen die Tiroler ihrerseits auf den Überraschungseffekt im Gernot Langes-Stadion. Heimspiele der WSG verbindet man ja nicht zwangsläufig mit einer prickelnden Atmosphäre, aber im engen Stadion genießt der Klub tatsächlich so etwas wie Heimvorteil.

Im Meisterjahr in Liga 2, als die WSG die Heimspiele noch in Wattens austrug, wurde nur ein Match verloren. Vor drei Jahren fertigten die Tiroler im Cup die Austria im Langes-Stadion mit 5:1 ab. „Das ist der Platz, auf dem wir trainieren, hier sind wir extrem heimstark“, versichert Silberberger.

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Fan-Sauerei

Nach dem Duell in Wattens hoffen die starken Zweitligisten Horn (gegen Ried, 19.30 Uhr) und FAC (gegen LASK, 20.15) auf Überraschungen.

Geschmacklos fällt die Vorbereitung von Sturm-Fans auf das Derby gegen den GAK am Mittwoch aus: Ein Schwein, mit roter Farbe übergossen, baumelte von einer Auto-Brücke. „Scheiß GAK“, steht dazu im „Bekennerschreiben“.

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