Sport | Fußball 15.01.2013

Hamburg zitterte vor Admira-Hooligans

Polizeikraefte stehen vor geworfenen Steinen am Donnerstag, 01. Mai 2008, in Hamburg Barmbek. Auf etwa gleicher Route ziehen run… © Bild: AP/PATRICK LUX

Die Bild-Zeitung sorgt in der österreichischen Fanszene für Erheiterung.

Es gibt Storys, die sind so schräg, dass man sie eigentlich gar nicht erfinden kann. "Randale-Alarm bei Wien-Test!" titelte die Bild-Zeitung im Vorfeld des Gastspiels der Austria beim HSV am vergangenen Samstag. Für die Testpartie, zu der rund 500 Austria-Fans mitgereist waren, hatte es verschärfte Sicherheitsauflagen gegeben.

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© Bild: kurier
Bilderklärte, warum die Hamburger Polizei Randale befürchtete: "Die Fans von Austria und Ösi-Rivale FC Admira Wacker sind sich spinnefeind. Die Admira-Sympathisanten sind gleichzeitig mit dem HSV-Fanklub "Die Löwen" befreundet. Deswegen sind heute auch zahlreiche Admira-Anhänger in der Arena – natürlich im HSV-Block. Eine Rechnung haben die Fans von Admira Wacker allerdings auch mit den St.-Pauli-Anhängers. So stehen sich in Hamburg heute zwei Fanblöcke gegenüber: HSV und Admira sowie Pauli und Austria. Brisanter geht es kaum."

Allerdings sind die Admira-Fans, die nicht gerade als Problemfans gelten, weder mit HSV-Anhängern befreundet, noch gibt es eine offene Rechnung mit St. Pauli. Laut KURIER-Informationen sind keine Admira-Fans in Hamburg gewesen. Und wenn doch, dann waren sie im Austria-Sektor, denn seit Jahren gibt es zu Austria-Fans durchaus engen Kontakt.

Kurios ist auch, dass eine österreichische Boulevardzeitung, die sonst gerne von der Bild-Zeitung abschreibt, in der Sonntag-Ausgabe eine angebliche Freundschaft von HSV-Hooligans mit gewaltbereiten Rapid-Fans als Grund für die Alarmbereitschaft nannte.

Zu Krawallen ist es übrigens weder vor, noch während, noch nach dem Testspiel gekommen, das der HSV mit 2:0 gewonnen hat.

Macho bei Admira

Ein bekennender Rapid-Fan ist seit Montag Admira-Spieler: Der 35-jährige Ex-Teamtorhüter Jürgen Macho, der wegen einer Knieverletzung seit dem 3. April 2011 kein Spiel mehr absolviert hat, bestand den Fitnesstest und unterzeichnete danach bei den Südstädtern einen Vertrag bis Ende Mai 2013.

Machos Verpflichtung wird bei vielen Admira-Fans wegen dessen Rapid-Ultras-Vergangenheit sehr zwiespältig gesehen. Denn im Gegensatz zur Fan-Freundschaft mit der Austria sind sich die Admira- und Rapid-Hardcorefans alles andere als wohlgesonnen. In den vergangenen Jahren war es mehrmals zu Übergriffen von Rapid-Ultras auf Admiraner gekommen.

Erstellt am 15.01.2013