© Alexander Strecha

Sport Fußball
06/13/2021

Gurgeltest in Rot-Weiß-Rot: Wie die ÖFB-Fans bei der EURO feiern

Österreichs Fußballanhänger feierten in Bukarests Innenstadt ausgiebig – die in Österreich bekannten Corona-Maßnahmen spielten dort absolut keine Rolle.

von Alexander Strecha

Endlich wieder eine Fußballreise unternehmen. Das dachten sich mehr als 2.000 österreichische Fans, die den Weg nach Bukarest auf sich genommen haben, um das Team beim EURO-Auftakt gegen Nordmazedonien anzufeuern. Die Einreise gestaltete sich Corona-freundlich und erstaunlich unkompliziert, weder im Flugzeug noch bei der Passkontrolle wurde ein Testergebnis verlangt. Man bewegte sich also wie in besten Vor-Corona-Zeiten.

In der Innenstadt der rumänischen Hauptstadt hatte Rot-Weiß-Rot eine leichte Überzahl gegenüber dem Rot-Gelb der nordmazedonischen Anhänger. Die Stimmung war ausgelassen und friedfertig, gemeinsam posierte man für Fotos und Videos. Kellner mancher Bars wussten aber auch zu berichten, dass am Freitagabend die Scharmützel über das Verbale hinausgegangen waren. In Anlehnung an Goethe wurde Faust, Teil 1 und 2, gegeben.

Von Corona keine Spur

Corona spielt jedenfalls in Bukarest überhaupt keine Rolle, es scheint vielmehr, als wäre das Virus niemals in die Stadt gekommen. Man rühmt sich, von allen EM-Austragungsstädten die geringste Inzidenz aufweisen zu können. In den engen Gassen der Altstadt drängten sich die Fanmassen Schulter an Schulter, Maskenträger suchte man dabei vergeblich. In den Lokalen wurde auch nicht nach einem negativen Testergebnis gefragt, sondern viel eher nach der Wahl der Biersorte.

Fast alle Gäste machten aber brav den Gurgeltest, verwendeten dabei jedoch eine kühle, blonde Flüssigkeit. Immerhin wiederholten sie den Test am Samstagabend unzählige Male, die offiziellen Ergebnisse stehen noch aus, Kopfschmerzen waren sicherlich die häufigsten Symptome am Tag danach.

Die Fan-Gruppierung „Patienten“ wusste wohl schon vorab, welche Rolle sie nach der ausgiebigen Flüssigkeitsaufnahme einnehmen würden. Die Anhänger von Teamverteidiger Martin Hinteregger okkupierten einen ganzen Gastgarten und beflaggten dabei unübersehbar ihr Revier. Schräg gegenüber in der Strada Lipscani residierte ein anderer rot-weiß-roter Fanklub.

Jeder nordmazedonische Anhänger, der durch diese hohle Gasse kam, wurde mit „Immer wieder Österreich“ besungen und mit Applaus bedacht.

Doch nicht alle fühlten sich pudelwohl in diesem Trubel, wohl weil ihre Sinne noch nicht derart getrübt waren. Zwei Grazer beispielsweise zogen die Hotelbar des nahe gelegenen Hilton Garden Inn den Bars der Umgebung vor, gestalteten sich mittels ihrer Mobiltelefone ihre eigene Disco und ließen dabei kein Klischee aus. Ambros trällerte dabei ebenso aus dem Lautsprecher wie STS, Falco oder Ostbahn-Kurti, auch Fendrichs „I am from Austria“ durfte nicht fehlen. Nur die nordmazedonischen Fans an den Nebentischen zeigten sich wenig textsicher.

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