Sport | Fußball-WM
04.06.2018

WM-Serie, Teil 24: Zwischen Horn, Honda und Heimpleite

Japan setzt bei der Weltmeisterschaft auf alternde Stars und einen neuen Trainer. Ob das reichen wird?

Als im Juni 2015 Starkicker Keisuke Honda – so eine Art Arnautovic von Japan – mit seinem Familienunternehmen den SV Horn übernahm, prallten zwei Fußball-Welten aufeinander. Der damalige Spielmacher des AC Milan war bei seinen Besuchen im Waldviertel zwar stets höflich, seine Ankündigung („Horn soll Meister werden, um in der Champions League zu spielen“) klang für österreichische Ohren aber zu absurd, um für echte Aufregung zu sorgen. Drei Jahre später ist Horn wieder Horn, nach dem Japan-Abenteuer und einem Abstieg eben in die zweite Liga zurückgekehrt.

Honda hatte bei Milan kein Leiberl mehr, spielte ein Jahr für Pachuca in Mexiko, sucht nun mit 31 Jahren wieder nach einem neuen Projekt – und ist immer noch Teil von Japans WM-Kader.

Da sagt einiges über die Stärken und Schwächen des Serien-Teilnehmers (seit 1998 immer dabei) mit vielen Routiniers aus. In Gruppe H fehlt mit Kolumbien, Senegal und Polen zwar der Top-Favorit, aber der dritte Achtelfinaleinzug der Japaner nach 2002 und 2010 würde doch überraschen.

Die Vorbereitung verlief holprig, der bosnische Teamchef Vahid Halilhodzic musste im April trotz geschaffter Quali gehen, Nachfolger Akira Nishino hat am Mittwoch das Debüt mit einer 0:2-Heimpleite gegen Ghana (nicht bei der WM) verpatzt.

35. der WM-Tabelle

Neben Honda gibt es durchaus in Österreich bekannte Kicker: Shinji Okazaki spielt mit Christian Fuchs bei Leicester, Kapitän Matoko Hasebe wird in Frankfurt künftig von Adi Hütter trainiert. Nur zwei Spieler haben weniger als zehn Teameinsätzer aufzuweisen.

In der ewigen WM-Tabelle wird Österreich (derzeit mit zwölf Siegen auf Platz 19) aber trotzdem noch länger vor Japan (Rang 35) bleiben. Alexander Huber