Das Schatten-Team der WM: Stars in der Zuschauerrolle
Gianluigi Donnarumma
Eine Weltmeisterschaft ist die größte Bühne, auf der sich Fußballer präsentieren können. Heuer ist sie noch einmal ein bisschen größer: mehr Teams, mehr Spiele, mehr Stars. Mehr Stars? Wahrscheinlich schon, aber nicht alle haben es zur Endrunde geschafft.
Alle vier Jahre wieder müssen prominente Kicker zu Hause bleiben, wenn es um den WM-Pokal geht. Aus verschiedenen Gründen. Entweder hat sich ihr Land nicht qualifiziert, oder sie haben es nicht in den Kader geschafft. Oder sie haben sich vor dem Highlight verletzt.
Der KURIER stellt eine Elf aus Spielern zusammen, die wohl eine gute Figur machen würden auf der größten Bühne – nur leider dürfen oder können sie nicht aufgeigen. Selbst die Ersatzbank ist gut besetzt.
Im Tor kommt man da an einem Namen nicht vorbei: Gianluigi Donnarumma. Der 27-Jährige ist Europameister, Champions-League-Sieger, vierfacher französischer Meister und aktueller FA-Cup-Sieger. 2025 war er Welttorhüter. Sein Problem ist sein Reisepass. Italien hat sich nach 2014 drei Mal nicht qualifiziert, Donnarumma war noch nie bei einer WM.
Vor dem Italiener bilden zwei Engländer und ein Brasilianer die Verteidigung. Auf der Insel hat es bei der Kaderbekanntgabe große Aufregung gegeben. Unter anderem wegen Harry Maguire. Teamchef Thomas Tuchel hat überraschend entschieden, auf den 33-jährigen Routinier von Manchester United zu verzichten bei der Endrunde. Gleiches gilt für Trent Alexander-Arnold von Real Madrid. Auch in Brasilien hat es einen Real-Verteidiger erwischt. Eder Militao war zuletzt verletzt und fehlt im WM-Kader. An dieser Abwehr würden sich wohl einige Stürmer die Zähne ausbeißen.
Im zentralen Mittelfeld kommen im Team der Abwesenden ein weiterer Italiener, ein weiterer Engländer und ein Ungar zum Zug. Vor genau einem Jahr war Cole Palmer der überragende Spieler bei der Klub-WM. Jetzt hat es der 24-jährige Chelsea-Star nicht in den Kader der Three Lions geschafft. Sein Marktwert liegt übrigens bei 100 Millionen Euro. In dieser Saison kam er nach einer Verletzung aber nie richtig in Schuss.
Ex-Salzburger im Zentrum
Das kann man von Liverpool-Star Dominik Szoboszlai nicht behaupten. Der Ex-Salzburger ist mit Ungarn jedoch in der Qualifikation gescheitert. Und muss genau wie der Italiener Sandro Tonali weiter auf seine erste WM-Teilnahme warten.
Kvaratskhelia
Links am Flügel kommt ein Zungenbrecher. Khvicha Kvaratskhelia war maßgeblich am Champions-League-Titel von PSG beteiligt. Sein Heimatland Georgien gilt aber nicht als Fußballgroßmacht und fehlt bei der WM. Auf der anderen Seite stürmt Serge Gnabry. Der Bayern-Star musste DFB-Teamchef Nagelsmann verletzungsbedingt absagen.
Nicht in die KURIER-Startelf geschafft haben es Spieler wie Englands Phil Foden (nicht nominiert), Frankreichs Eduardo Camavinga (nicht nominiert), Spaniens Fermin Lopez (verletzt) oder auch Deutschlands Youngster Lennart Karl (verletzt) und ÖFB-Star Christoph Baumgartner (verletzt).
Bleibt noch der Angriff. Mit 37 Jahren hat Robert Lewandowski seinen Zenit zwar schon überschritten, der Barcelona-Stürmer gehört aber noch immer zu den gefährlichsten Torjägern in diesem Sport. Im WM-Quali-Play-off zog Polen jedoch gegen Schweden den Kürzeren.
Ein Neymar-Opfer?
Brasilien ist bei der Endrunde zwar dabei, nicht aber Joao Pedro. Chelseas 75-Millionen-Stürmer hat es nicht in den Kader der Selecao geschafft. 20 Treffer hat er für Chelsea in dieser Saison erzielt, dazu neun Assists geliefert. Nur ein Brasilianer hat es in diesem Zeitraum auf mehr direkte Torbeteiligungen gebracht: Vinicius Junior (22 Tore, 14 Assists). Joao Pedro fiel wohl der Nominierung von Neymar zum Opfer.
Auf der Ersatzbank lauert mit Victor Osimhen von Galatasaray ein weiterer 75-Millionen-Stürmer. Nigeria ist nicht qualifiziert.
Kommentare