Laut KI-Prognosen: So weit kommt Österreich bei der Fußball-WM
Mit Hilfe von komplexen Simulationen kommt ein Forschungsteam der Universität Innsbruck und der Technischen Universität Dortmund auf ein nicht ganz unlogisches Quartett mit der besten Fußball-WM-Siegchance: Demnach reüssieren in Nordamerika am ehesten Spanien, England, Frankreich oder Deutschland. Für Österreichs Team ergibt sich zwar eine hohe Chance, die Gruppenphase zu überstehen, die Tücken der Auslosung lassen aber ein Weiterkommen unwahrscheinlicher werden.
Laut Simulationen: Chancen für Österreich auf Achtelfinale gering
Dass es für Österreich in den USA, Mexiko und Kanada nach dem letzten Gruppenspiel am 28. Juni weitergeht, ist den Berechnungen der Wissenschafter um Achim Zeileis (Uni Innsbruck) und Andreas Groll (TU Dortmund) recht absehbar: Satte 81,2 Prozent beträgt die Wahrscheinlichkeit auf einen Platz in der ersten K.-o.-Runde der besten 32 Mannschaften.
Da dort aber aufgrund der Auslosungsarithmetik dem Gruppenersten und -zweiten aus Österreichs Gruppe J jeweils der Erste oder Zweite aus der mit Topfavorit Spanien gespickten Gruppe H blüht, sinkt die Chance auf das Achtelfinale für das Austro-Team dann rapide auf 34,5 Prozent ab. Ob der Dritte aus der Österreich-Gruppe im erstmals gespielten Sechzehntelfinale landet und wer dann der Gegner wäre, lässt sich seriös kaum vorhersehen - es wartet aber fix ein Gruppensieger.
So hoch ist die Wahrscheinlichkeit auf den WM-Titel
Dass es einen rot-weiß-roten Anstrich in den weiteren Ausscheidungsrunden gibt, schätzen die KI-unterstützten Prognosen entsprechend als nochmals abnehmend wahrscheinlich ein: Liegt die Viertelfinal-Chance noch bei 16,7 Prozent, liegt sie in Bezug auf das Halbfinale bei 7,2, fürs Finale bei 2,3 und bezüglich WM-Titel bei bescheidenen 0,7 Prozent. Damit liegt Österreich als 21. wahrscheinlichster Weltmeister gleich auf mit der Türkei - knapp hinter Ecuador und vor Kanada.
Die nackten Zahlen, die den hierzulande so gerne hoch fliegenden Träumen entgegenstehen, speisen sich aus unterschiedlichen Datenquellen, heißt es am Mittwoch in einer Aussendung der Uni Innsbruck. So etwa wird die Spielstärke der heuer erstmals 48 WM-Mannschaften aus vergangenen Ländermatches errechnet. Dazu kommen Buchmacherquoten, Spieler-Ratings und Einschätzungen des durchschnittlichen Kader-Marktwertes. All das wird mit Systemen auf Basis von maschinellem Lernen (KI) mit zusätzlichen weiteren Informationen kombiniert.
"Mit diesem Modell haben wir dann die gesamte WM 100.000-mal simuliert: Spiel für Spiel, der Turnierauslosung und allen FIFA-Regeln folgend", wird Rouven Michels (TU Dortmund und Uni Innsbruck) zitiert. Der durchschnittliche Ausgang der virtuellen Turniere ergibt dann die verschiedenen Erfolgswahrscheinlichkeiten. "Ein Turnier wie dieses ist eine wunderbare Gelegenheit, bei ganz vielen Menschen Interesse für Wahrscheinlichkeiten zu wecken, die damit sonst nie in Berührung kommen", so Zeileis.
Das sind die Favoriten auf den Titel
Zur großen Frage, wer am 19. Juli in East Rutherford den begehrten WM-Pokal gen Himmel stemmen kann, liefert die Analyse ein klares Leader-Quartett, das punkto Sieg-Chancen aber recht eng beisammen liegt. So folgt auf Spanien mit 14,5 Prozent, einer der ewigen, glücklosen WM-Favoriten, England, und das zuletzt erfolgreichere Frankreich mit je 12,4 Prozent. Deutschland geben die aggregierten Simulationen eine Titelwahrscheinlichkeit von 11,2 Prozent. Schon mit etwas Respektabstand folgen Portugal (8,9 Prozent), Österreichs Gruppengegner und Titelverteidiger Argentinien (8,2 Prozent), die Niederlande (5,6 Prozent) und Brasilien mit 4,7 Prozent Titelchance. Die Top Ten komplettieren weiters Belgien und die zuletzt starken Norweger.
Die weiteren Teams in der Austro-Gruppe J finden sich übrigens im abgeschlagenen Feld: Hat Österreichs letzter Gegner Algerien immerhin 0,2 Prozent Titelchance, liegt der Auftaktmatch-Gegner der Nationalmannschaft am 17. Juni, WM-Debütant Jordanien, bei null Prozent.
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