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"Karten neu gemischt": Rangnick heizt Konkurrenzkampf im ÖFB-Team an

Die Erkenntnisse nach dem 1:0-Sieg Österreichs im letzten WM-Test gegen Tunesien sind klar: Einige Spieler haben sich empfohlen, ein paar andere nicht.
Rangnick mit Kalajdzic und Wanner (re.)

Alexander Schlager hat sich seinen Platz in der WM-Startelf gesichert. "Er hat es gut gemacht", sagte Ralf Rangnick nach dem 1:0 im letzten WM-Test gegen Tunesien am Montag in Wien. Fakt ist: Das können nicht alle Spieler von sich behaupten.

Die erste Halbzeit war schlecht. Österreich war im letzten Drittel ungenau und hat Konter zugelassen. Ein solcher hat zu einer frühen Roten Karte für Konrad Laimer geführt (37.). "Wir haben es in der ersten Hälfte nicht so gespielt, wie wir es können. Wir hatten dann auch das nötige Glück", sagte Rangnick – und sprach damit die beiden Lattentreffer der Tunesier an. Glück ist kein Konzept, auf das man bei einer WM baut.

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Konrad Laimer sah bereits in der ersten Halbzeit die Rote Karte

Was danach passierte, war das Interessantere. "Die zweite Halbzeit war umso besser. Mit einem Mann weniger waren wir dem zweiten oder dritten Tor näher, als Tunesien dem Ausgleich", sagte Rangnick. Und weiter: "Die zweite Halbzeit war ein richtig guter Test, auch was das Dagegenhalten und Resilienz angeht. Das kann bei der WM auch passieren, dass du eine Rote Karte kriegst. Da haben wir gezeigt, dass wir selbst mit einem Mann weniger dazu in der Lage sind, einen technisch starken Gegner zu kontrollieren."

"Es war gut, dass wir auf so eine Probe gestellt wurden", sagte Rangnick über die Rote Karte – und meinte das nicht ironisch.

Die Erkenntnis

Dass dabei einige Spieler aus der zweiten Reihe aufzeigten, ist die eigentliche Nachricht des Abends. Rangnick nannte sie namentlich: Chukwuemeka, Wanner, Danso, Friedl. "Weil in der zweiten Halbzeit einige Spieler richtig aufgezeigt haben. Das muss man einfach sagen." Namen fallen bei Rangnick, wenn er etwas meint.

Und die Beobachtung dahinter ist konkret: Kalajdzic war besser als Arnautovic. Chukwuemeka besser als Gregoritsch oder Schmid. Auch Wanner war gut. Das sind keine Zufallseindrücke aus einem bedeutungslosen Testspiel – das ist die letzte Bewerbungsrunde vor dem Turnier.

Ein Satz, der zu denken gibt

Auf die Frage, wie viele Startelf-Positionen nach diesem Abend fix seien, antwortete Rangnick trocken: "Weniger als vor dem Spiel." Ein Satz, der manchen Stammkräften zu denken geben dürfte. Die Startelf für den WM-Auftakt gegen Jordanien am 17. Juni wolle er auch seinen Spielern womöglich erst einen Tag vorher bekanntgeben. "Wir haben vor Ort jetzt noch zwei Wochen Training und das heutige Spiel hat ein paar Karten neu gemischt."

Da der letzte Test gegen Guatemala vom Gegner abgesagt wurde, wird das ÖFB-Team ein internes Testspiel rund um den 10. Juni absolvieren. "Da können wir auch die Spielzeit flexibel wählen." Gut möglich, dass sich erst dann die Startelf, die gegen Jordanien für Österreich die WM eröffnet, herauskristallisiert.

David Alaba

Hiobsbotschaft für Baumgartner

Überschattet wird die Frage um die Startelf von einer Hiobsbotschaft aus dem medizinischen Team. Christoph Baumgartner wird die Weltmeisterschaft verpassen. Damit muss der Teamchef auf einen seiner besten Offensivspieler verzichten. Baumgartner fällt mit einer Verletzung im Oberschenkel aus.

David Alaba wurde ebenfalls medizinisch durchgecheckt. Die MRT-Untersuchung zeigte keine Muskelverletzung. Alaba kann damit planmäßig die Reise in die USA antreten.

Wie viele Änderungen es letztlich geben wird, ist eine andere Frage. Rangnick ist kein Trainer, der nach einem Testspiel drei oder vier Positionen gleichzeitig umwirft. Das hat er nie getan. Aber eine, vielleicht zwei – die könnten es sein. Und wer sich gestern Abend in Unterzahl in Erinnerung gebracht hat, weiß jetzt zumindest, dass er gesehen wurde.

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