Willkommen im exklusiven ÖFB-Klub: Marcel Sabitzer wird 100
Marcel Sabitzer
Er hätte sich keinen würdigeren Rahmen für sein 100. Länderspiel aussuchen können. Ausgerechnet beim WM-Hit gegen Argentinien zieht Marcel Sabitzer in den 100er-Klub des ÖFB ein, wo ihn Marko Arnautovic, David Alaba, Andreas Herzog und Aleksandar Dragovic willkommen heißen.
Arnautovic, sein Spezi, hat lobende Worte für den Dortmunder: „Am Anfang war er mein kleiner Junge, jetzt ist er auch schon älter geworden. Wir haben eine Top-Beziehung, auch außerhalb des Platzes. Wir wissen, wie wichtig er für uns ist.“
Marcel Sabitzer ist seit geraumer Zeit der wichtigste Faktor im Team von Ralf Rangnick, wenn es um das Offensivspiel geht. Das sieht auch der argentinische Alt-Meister Mario Kempes so. Er schoss 1978 Argentinien zum WM-Titel und beehrte danach den österreichischen Fußball von 1986 bis 1992, kickte bei der Vienna, in St. Pölten und in Krems. Er meint: „Sabitzer war schon 2024 bei der EURO der Schlüssel im Spiel der Österreicher. Diese Rolle wird er auch jetzt wieder einnehmen.“
In der Verantwortung
Man kann davon ausgehen, dass Sabitzer das Team am Montag als Kapitän auf das Feld führen wird, dann nämlich, wenn David Alaba und Marko Arnautovic auf der Bank Platz nehmen.
Sabitzer hat es gelernt im Laufe der Jahre, immer mehr Verantwortung im Team zu übernehmen. Zumeist geht er mit guten Leistungen voran, tritt bei wichtigen Elfmetern an oder erzielt entscheidende Treffer auch aus dem Spiel. Sabitzer ist gereift, hat sich verändert.
Das gilt auch für seine Sprache, die einen extrem deutschen Einschlag erhalten hat, seit er in der Bundesliga tätig ist. Er kuckt jetzt und schaut nicht mehr, eine Verneinung ist mehr ein „Nee“ als ein „Nein“, schon gar nicht mehr ein steirisches „Na“. Wichtiger ist aber ohnehin, was jemand sagt und nicht so sehr, wie er das zum Ausdruck bringt.
Ried-Tormann Andreas Leitner, Freund und ständiger Zimmerkollege aus gemeinsamen Zeiten im Nachwuchs, erinnert sich: „Beim Sabi hat man schon mit 13 oder 14 das Gefühl gehabt: Der hat was zu sagen.“
Und er tut alles für seinen Job, will nichts dem Zufall überlassen. „Mein Körper ist mein Kapital“, sagt er. Neben dem harten Training gehören auch der gesunde Schlaf und die richtige Ernährung dazu. Auf beides achtet der 32-Jährige.
„Die Sachen gehören im Fußball heute halt dazu“, meinte Vater Herfried in einem KURIER-Interview aus dem Jahr 2021. In den 1990er-Jahren war er selbst sechsfacher Teamspieler, der Bub hat ihn nun schon um 94 Spiele für Österreich überflügelt. Der Reifeprozess seines Sohnes, so der Papa, habe auch zu tun mit der Gründung einer Familie.
Marcel Sabitzer mit seiner Frau Katja Kühne
Unter der Haube
Liiert ist Sabitzer schon längere Zeit mit Katja Kühne, das Paar heiratete im Juli 2025. Die in der Ukraine geborene Dresdnerin erlangte in Deutschland 2014 als Gewinnerin der RTL-Verkupplungsshow „Der Bachelor“ Bekanntheit. Mit seiner um neun Jahre älteren Partnerin hat Sabitzer eine Tochter, Mary-Lou, 2019 geboren.
Auf eine beachtliche Karriere kann der Steirer jetzt schon zurückblicken. Leipzig, Bayern München, Manchester United, Borussia Dortmund sind Adressen, die sich auf jedem Meldezettel gut lesen. Viel herumgekommen ist Sabitzer aber nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern schon früh als Kind.
Das hat nicht nur mit seiner eigenen Karriere zu tun, sondern auch mit jener des Vaters. Geboren wurde er 1994 in Wels, als Herfried für den LASK stürmte.
Sabitzer gegen Jordanien
Sein erster Klub war der USK Anif, als der Papa bei Austria Salzburg spielte. Nach dessen Wechsel zu Bad Bleiberg spielte Marcel für Admira Villach und danach beim GAK, als der Vater in Mattersburg und schließlich bei Kalsdorf gelandet war.
Aus Graz ging es in die Austria-Akademie nach Hollabrunn und schon nach einem Jahr weiter in die Nachwuchsabteilung der Admira, wo er schließlich als 16-Jähriger 2010 sein Profidebüt feierte.
Das erste Länderspiel erfolgte 2012 unter Marcel Koller. Heute feiert er seinen 100er.
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