Experte über Schiedsrichter-Fehler bei der WM: "Es wird immer absurder"
Messi wurde nach seinem Foul gegen Algerien nicht bestraft
Der zweite Spieltag der Vorrunde der Fußball-WM 2026 in USA, Mexiko und Kanada wird am Mittwoch beendet. In den meisten Gruppen herrscht Hochspannung im Kampf um den Aufstieg ins Sechzehntelfinale. Umso angespannter ist auch die Gemütslage bei allen Beteiligten. Besonders die Leistungen der Referees und ihrer Kollegen vor den Bildschirmen (VAR) sorgen in den vergangenen Tagen für Verwunderung.
In der Nacht auf Mittwoch tobte Ghanas Teamchef Carlos Queiroz nach dem 0:0 gegen England. „Wieder einmal hat der VAR einen Kaffee getrunken. Das ist verständlich, ich würde mir auch ab und zu gern einen Kaffee gönnen, aber es war ein klarer Elfmeter, Rote Karte“, sagte der 73 Jahre alte Portugiese. Er meinte eine Situation in der 80. Minute. England-Verteidiger Ezri Konsas hatte den zum Tor eilenden Prince Adu mit einem Sprung in die Beine vom Schuss abgehalten. Der Referee reagierte nicht und vom VAR war auch nichts zu hören.
"Gibt es noch den VAR?"
„Wir hatten unsere Chancen, bis zu dem Punkt, an dem sie Glück hatten. Sehr viel Glück“, sagte Queiroz bei der Pressekonferenz. „Ich bin mir nicht sicher, ob der Videobeweis bei der Weltmeisterschaft noch funktioniert. Haben wir den Videobeweis überhaupt noch? Funktioniert er noch?“
Schon bei Österreichs 0:2 gegen Argentinien dürfte der VAR nur teilzeitbeschäftigt gewesen sein. Einerseits griff er beim Elferfoul von Posch in Minute 4 richtigerweise ein, andererseits ließ er das 1:0 von Messi gelten, obwohl davor Xaver Schlager von MacAllister klar gefoult worden war.
"Es ist nicht mehr akzeptabel"
Das führte auch Manuel Gräfe an, der für die deutsche Bild-Zeitung die Referee-Leistungen scharf kritisiert. "Die Entscheidungen werden immer absurder und wilder. Es ist nicht mehr akzeptabel", sagt der ehemalige Top-Schiedsrichter. "Es war noch positiv gesehen worden, dass die Schiedsrichter das Spiel laufen lassen, jetzt wollen sie offensichtlich gar nichts mehr entscheiden. Es wird geradezu willkürlich, weil es keine Linien gibt. Die Österreicher beschweren sich zurecht: Das Tor von Messi hätte nicht zählen dürfen. Es war die identische Situation wie beim Elfmeter."
Der Sportwissenschafter sagt auch weiter, dass Messi gegen Österreich eigentlich gesperrt zuschauen hätte müssen: "Das Messi-Foul gegen Argentinier hätte Rot sein müssen, ein belgischer Spieler wurde von hinten so in die Wade getreten, dass der Stutzen auf war und Striemen zu sehen waren."
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