Wer kommt wie weiter? Die Rechenspiele sind eröffnet
Bosnien-Star Edin Dzeko
48 Spiele sind absolviert bei der WM. Heißt: Wir sind fast bei der Halbzeit angekommen, 56 Partien warten noch auf den Anpfiff. Heißt auch, dass die ersten zwei Runden der Gruppenphase vorbei sind – was wiederum bedeutet, dass es jetzt ums Eingemachte geht. Ab sofort finden die finalen Spiele jeder Gruppe parallel statt – noch mehr Fußball für den Fan.
Los geht’s mit den Gruppen A, B und C, in denen die Tickets für die K.-o.-Phase vergeben werden. Der KURIER erklärt, welche Mannschaft wie ins Sechzehntelfinale kommt.
Gruppe B
Den ersten Showdown gibt es in Gruppe B. Co-Gastgeber Kanada und die Schweiz sind mit jeweils vier Punkten nur noch theoretisch von den ersten beiden Rängen zu verdrängen. Im direkten Duell geht es um den Gruppensieg, bei einem Remis würde Kanada Erster bleiben, die Schweiz als Zweiter fix in die K.-o.-Runde aufsteigen. Selbst bei einer Niederlage wären die Chancen auf ein Weiterkommen für das unterlegene Team hoch.
Im Parallelspiel trifft Bosnien-Herzegowina auf Katar. Bei einem Remis würden die Bosnier Dritter bleiben, mit zwei Punkten aber wohl ausscheiden. Gibt es einen Sieger, darf der als Dritter auf ein Weiterkommen hoffen. Katar war bislang eines der schwächsten Teams der WM, die Bosnier gelten als Favoriten. Sie hoffen auf Altstar Edin Dzeko, der noch auf sein erstes Tor bei der Endrunde wartet. Auch der Ex-Austrianer Haris Tabakovic, bisher noch ohne WM-Einsatz, könnte rechtzeitig fit werden und für Schwung sorgen.
Gruppe C
Brasilien und Schottland treffen schon zum fünften Mal in einer WM-Gruppenphase aufeinander und ziehen damit in dieser Statistik mit Argentinien – Nigeria gleich. 1974 haben die Schotten ein Remis geholt, danach setzte es allerdings drei Niederlagen gegen die Selecao. Mit einem Punkt könnten es die Schotten erstmals überhaupt in die K.-o.-Phase einer WM schaffen. Auch eine Niederlage könnte ihnen dazu reichen, mit drei Punkten kann man einer der acht besten Gruppendritten werden.
Neymar
Die Brasilianer sind mit vier Punkten voll auf Kurs Richtung Aufstieg, wollen mit einem Erfolg den Gruppensieg fixieren. Titelform haben sie bei dieser WM bisher jedoch noch keine bewiesen. Dem Remis zum Auftakt gegen Marokko folgte zwar ein glanzloser Sieg gegen Underdog Haiti. Vor dem abschließenden Gruppenspiel gibt es am Zuckerhut aber nur ein Thema: Spielt er, oder spielt er nicht? Es geht um Altstar Neymar, der bisher wegen einer Wadenverletzung nicht zum Einsatz kommen konnte. Jetzt steht er vor dem Comeback, Trainer Carlo Ancelotti hat ihn für fit erklärt. Neymar selbst postete: „Danke, mein Gott. Ich bin extrem glücklich.“ Bleibt noch die Frage, ob er Brasilien auch helfen kann. Raphinha fällt verletzt aus (Oberschenkel).
Im Parallelspiel gilt Marokko als klarer Favorit gegen Haiti. Während sich die Nordafrikaner noch ein Fernduell mit Brasilien um den Gruppensieg liefern, ist es für die Kicker von der Karibik-Insel nach den zwei Niederlagen gegen Brasilien und Schottland die Abschiedsvorstellung.
Gruppe A
Co-Gastgeber Mexiko ist perfekt in die Heim-WM gestartet und ist nach zwei Siegen nicht mehr von Platz eins in Gruppe A zu verdrängen. Damit bleibt die Mannschaft von Teamchef Javier Aguirre auch im Sechzehntelfinale in der Heimat, darf erneut im Aztekenstadion antreten.
Gegen Tschechien könnten einige Topleute geschont werden. So könnte etwa Tormann-Ikone Guillermo Ochoa (40) seinen Ehreneinsatz bekommen. Der Schlussmann ist zum sechsten Mal bei einer WM – das haben außer ihm nur Lionel Messi und Cristiano Ronaldo geschafft. Ob er tatsächlich spielen wird, ist jedoch fraglich. Innerhalb der Mannschaft soll es deswegen zu heftigen Diskussionen gekommen sein.
Die Tschechen wären sicher nicht böse, würden die Mexikaner mit dem zweiten Anzug antreten. Der Druck ist groß, denn zum Weiterkommen muss unbedingt ein Sieg her.
Gleiches gilt für Südafrika, das zum Abschluss auf Südkorea trifft. Die Rückkehr auf die WM-Bühne nach dem Heim-Turnier vor 16 Jahren droht mit dem vierten Vorrunden-Aus für Bafana Bafana zu enden. Die Südkoreaner haben die Chance auf den Gruppensieg mit einem Tormann-Patzer gegen Mexiko verspielt, jetzt will man zumindest Platz zwei sichern. Dazu ist zumindest ein Punkt nötig. Bei einer Niederlage könnten die Asiaten aber auch noch ans Tabellenende zurückrutschen und müssten nach Hause fliegen.
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