Tränen bei Lionel Messi: War das WM-Finale sein letztes Spiel?
Emotionen bei Lionel Messi
Lionel Messi blickte ein letztes Mal zur gewaltigen hellblau-weißen Wand. Dann brachen alle Dämme. Argentiniens Kapitän weinte hemmungslos, während ihn Zehntausende Fans trotz der bitteren 0:1-Niederlage nach Verlängerung gegen Spanien feierten. Es waren Bilder, die größer wirkten als ein verlorenes WM-Finale. Bilder, die nach Abschied aussahen.
War es das letzte Länderspiel eines der größten Fußballer der Geschichte? Messi selbst sagte kein Wort. Der 39-Jährige verließ das Stadion in New Jersey schweigend. Dafür fanden andere die Worte, die er selbst vermied.
„Er ist der beste Spieler, der je einen Fußballplatz betreten hat“, sagte Teamchef Lionel Scaloni. Wenig später musste der Erfolgscoach seine Pressekonferenz unter Tränen abbrechen. Die Enttäuschung über den verpassten vierten WM-Titel saß tief.
Dabei war es vor allem Messi gewesen, der Argentinien überhaupt ins Endspiel geführt hatte. Acht Tore und vier Assists machten den Ausnahmekönner erneut zum Dreh- und Angelpunkt der Albiceleste. Im Finale aber blieb der Weltstar gegen das dominante Spanien nahezu unsichtbar – und mit ihm verschwand auch Argentiniens Offensivspiel. Selten wurde deutlicher, wie sehr der Weltmeister von 2022 noch immer von seinem Anführer abhängig war.
Die bewegendste Szene folgte nach dem Schlusspfiff. Messi stand niedergeschlagen auf dem Rasen, als Spaniens Jungstar Lamine Yamal auf ihn zuging und ihn lange umarmte. Es war ein Moment voller Symbolkraft: Hier der Superstar, dessen Zeit auf der größten Bühne zu Ende gehen könnte, dort der neue Weltmeister, der gerade erst beginnt, Fußballgeschichte zu schreiben.
Knapp neunzehn Jahre zuvor hatte ein inzwischen legendäres Foto beide verbunden. Damals badete der junge Messi den wenige Monate alten Yamal für einen Benefizkalender. Am Sonntag standen sie sich im WM-Finale gegenüber und schrieben ein neues Kapitel.
In Argentinien setzte unmittelbar danach eine Welle der Dankbarkeit ein. Verbandspräsident Claudio Tapia nannte Messi einen „Giganten“, der sein Land „zum glücklichsten der Welt gemacht“ habe. Der Verband dankte ihm für seine „Magie“, sein ältester Sohn Thiago bezeichnete ihn als „besten Spieler aller Zeiten“.
Messis Bilanz bleibt einzigartig: sechs Weltmeisterschaften, 125 Tore für die Nationalmannschaft, der WM-Titel 2022 sowie zwei Copa-América-Triumphe. Ob gegen Spanien sein 207. und letztes Länderspiel über die Bühne ging, ließ der Weltstar offen. Anders als nach seinem Rücktritt 2016 wirkt diesmal jedoch alles endgültiger. Bei der WM 2030 wäre Messi 43 Jahre alt. Undenkbar.
Messi sprach nicht über seine Zukunft. Doch seine Tränen sagten vielleicht alles. Sie erzählten die Geschichte vom möglicherweise letzten großen Auftritt des größten Fußballers der Geschichte.
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