Der FC Wacker 2026: Ein Meisterteam müht sich durchs Frühjahr
In Innsbruck geht immer der Rauch auf
Müsste man die berühmte Frühjahrsmüdigkeit in Worte fassen, würde man über kurz oder lang unweigerlich beim FC Wacker Innsbruck landen. Der Traditionsklub präsentiert sich dieser Tage in der Regionalliga West bisweilen schwerfällig, unbeholfen und hatschert wie schon lange nicht mehr.
2. Saisonniederlage
Diese vor allem mentale Lethargie der Wacker-Spieler wurde am Ostermontag dann auch bestraft: Im Heimspiel gegen Kitzbühel kassierte der souveräne Tabellenführer vor über 3.200 Fans seine zweite Saisonniederlage (1:2) - und sie war verdient.
Auf Augenhöhe
Mit den einfachsten Mitteln zogen die Kitzbüheler mit Neo-Coach Michael Baur dem FC Wacker im Tivolistadion den Nerv. Es war nicht wirklich zu erkennen, dass da gerade der Zweitligist in spe und ein Westligist aus der unteren Tabellenhälfte aufeinandertreffen.
"Ich habe meinen Spielern gesagt, dass sie Spaß haben sollen und es genießen sollen, am Tivoli zu spielen. Das haben sie getan", sagte die Tiroler Fußballlegende Michael Baur.
Sebastian Siller führte den FC Wacker aus der 5. Liga in die Regionalliga West, der Aufstieg in die 2.Liga ist nur mehr Formsache
Die zweite Saison-Niederlage kam für den FC Wacker nicht gerade aus heiterem Himmel. Die Innsbrucker mühen sich durchs Frühjahr, zwischen Anspruch und Wirklichkeit klaffte zuletzt eine große Lücke.
Fehlende Ideen
Schon im Heimspiel gegen den FC Pinzgau (1:1) waren die Innsbrucker mit ihrem Fußballerlatein am Ende gewesen. Erst in der Nachspielzeit konnte gegen einen biederen Gegner gerade noch eine Niederlage verhindert werden.
Fehlende Energie
Der FC Kitzbühel bestrafte den Tabellenführer für die Nachlässigkeiten und Schlampereien. Für Nachlässigkeiten, die bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar sein mögen, zugleich bei der sportlichen Führung auch mit Argusaugen beobachtet werden müssen.
So deppert geht"s gar nicht
Dass der FC Wacker in der nächsten Saison sein Comeback in der Bundesliga feiern wird, ist seit langem fix. Kein anderer Westligist hat Bestrebungen für den Aufstieg in die 2. Liga, die Innsbrucker haben quasi einen Freibrief.
Die Frühjahrssaison kommt deshalb einem Schaulaufen gleich. So deppert kann sich der FC Wacker gar nicht anstellen, dass der Aufstieg in die 2. Liga noch vermasselt wird.
Heimspiele vom FC Wacker sind immer ein Spektakel - zumindest auf den Tribünen
Charaktertest
Das wissen natürlich auch die Spieler, und das mag möglicherweise eine menschliche Erklärung für den einen oder anderen schlechten Auftritt im Frühjahr sein.
Zugleich lassen einige Wacker-Spieler fast schon leichtfertig die Chance liegen, sich für die kommende Saison in der 2. Liga zu empfehlen und aufzudrängen.
Wie soll jemand, der gegen den - zugegeben von Michael Baur top eingestellten - FC Kitzbühel im Abseits steht, in der nächsten Saison eine Liga höher die hohen Erwartungen des zehnfachen Meisters erfüllen?
Von der Innsbrucker Mannschaft, die am Ostermontag gegen Kitzbühel die 1:2-Niederlage kassierte, wird vermutlich nur ein Bruchteil die Reise in die Bundesliga mitmachen.
Klub mit Sexappeal
Gerade die Partien im Frühjahr sind in dieser Hinsicht richtungsweisend und aufklärend.
Der FC Wacker war in den letzten Jahren im Abseits. Inzwischen hat es sich herumgesprochen, dass in Innsbruck dank der Unterstützung von Los Angeles FC und des FC Bayern größer gedacht werden darf.
Das macht den zehnfachen Meister sexy: Und das erklärt auch, dass den Innsbruckern in der 3. Liga inzwischen sogar schon Spieler angeboten werden, die bereits das österreichische Nationaltrikot trugen.
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