Sport | Fußball
07.10.2017

Verherrlichung von Kriegsverbrechern beim Serbien-Match

Im Prater-Stadion gedachten die serbischen Fans Gavrilo Princip und Ratko Mladic.

"Töte! Damit es den Kosovaren nicht mehr gibt...", hallte es aus dem serbischen Block am Freitagabend. Menschen mit serbischen Wurzeln sind es gewohnt, dass einzelne Fangruppen diesen nationalistischen Gesang immer wieder einstimmen. Aber im Match des eigenen Teams gegen Österreich? Das können selbst viele Serben nicht verstehen.

"Ich sehe nun ein, dass ‚Großserben‘ in Wien auf Lieder über Gavrilo Princip stehen ... Just um zu zeigen, dass wir unterbelichtet sind", twitterte ein – sehr wohl in Serbien lebender – User. Im Stadion wurde tatsächlich ein Stoff-Fetzen mit dem Antlitz des Lieblings der serbischen Nationalisten gesichtet, der 1914 in Sarajevo das Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand verübt hatte.

Apropos Sarajevo: Im Prater-Stadion waren auch Fahnen zu sehen, die den Hauptakteur des Bosnien-Krieges aus den 1990er-Jahren, den bosnisch-serbischen General Ratko Mladic, und seine Armee verherrlichen. Doch damit nicht genug: Bereits auf dem Weg zum Stadion besangen einige Fans Draza Mihailovic, den Tschetnik-Anführer aus dem 2. Weltkrieg.

Vielleicht hat die Partie im Prater ja doch noch ein Nachspiel bei der UEFA.