Peter Zeidler ist nicht länger Trainer von Red Bull Salzburg.

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Fußball
12/03/2015

Salzburg trennt sich von Trainer Zeidler

Erstmals in der Ära Red Bull muss ein Trainer schon im Herbst seinen Sessel räumen.

Mit der Trennung von Trainer Peter Zeidler nach nur fünfeinhalb Monaten hat Fußballmeister Salzburg einmal mehr für Schlagzeilen gesorgt. Zwei Spiele vor der Winterpause zog der Tabellenzweite am Donnerstag die Reißleine: Zeidlers deutscher Landsmann Thomas Letsch, der bisher das Farmteam FC Liefering coachte, soll bei den zuletzt enttäuschenden "Bullen" interimistisch wieder für Ordnung sorgen. Als Co-Trainer wird vorerst René Aufhauser fungieren.

Das 1:1 am Dienstag bei Nachzügler WAC zeigte einmal mehr die Formkrise der Salzburger, die nur eines der jüngsten fünf Spiele gewonnen haben und nach der 18. Runde zwei Punkte hinter die Wiener Austria auf Rang zwei zurückfielen. Die Chefetage sah sich nun offenbar zum Handeln gezwungen. Auch wenn das am Dienstag noch dementiert worden war: "Aktuell gibt es keine Trainerdiskussion", hatte der Sportliche Leiter Christoph Freund versichert. Nun ist Zeidler sogar der erste Coach in der zehnjährigen Red-Bull-Ära, den das Ende schon vor dem Frühjahr ereilte.

„Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen. Aufgrund der Entwicklung der letzten Wochen sind wir aber zu der Überzeugung gekommen, dass wir jetzt handeln müssen, weil noch zwei sehr wichtige Spiele vor der Tür stehen. Und da sehen wir mit Thomas Letsch eine größere Chance, diese letzten beiden Spiele auch zu gewinnen", sagte Freund heute. Warum Thomas Letsch? „Er ist ein ausgewiesener Fachmann, versteht unsere Spielphilosophie und kann mit jungen Spielern sehr gut umgehen. In seinen Mannschaften herrscht immer eine gute Atmosphäre und er kennt das Team sehr gut."

Zeidler, der Ende Juni von Double-Gewinner Adi Hütter übernommen hatte, war mit dem Aus in der Champions-League-Qualifikation gegen Malmö, der Europa-League-Quali-Schlappe gegen Dinamo Minsk und zwei Auftaktniederlagen in der Bundesliga denkbar schlecht gestartet. In der Meisterschaft kamen die zu Beginn auch ersatzgeschwächten "Bullen" mit Fortdauer aber auf Trab und übernahmen in der 12. Runde erstmals die Tabellenführung. Das 0:1 in Altach am 31. Oktober bremste freilich den Höhenflug, seitdem konnte nur noch ein Sieg eingefahren werden.

Hinteregger-Zwist

In den vergangenen Wochen hatte Zeidler zudem ein veritables Problem mit einem seiner prominentesten Kicker. ÖFB-Team-Innenverteidiger Martin Hinteregger fand sich zweimal nur auf der Tribüne wieder, Zeidler begründete das mit "unprofessionellem Verhalten" des Kärntners. Die Verbannung auf die Tribüne habe der Klub laut Geschäftsführer Sauer voll mitgetragen, mit der Trennung vom Trainer habe das nichts zu tun. Hinteregger gilt als Verlierer des Salzburger Kurswechsels, der mit dem Aufstieg des anderen Konzern-Klubs, RB Leipzig, verbunden ist. Der 23-Jährige, der immer wieder mit Großklubs aus dem Ausland in Verbindung gebracht wurde, unterschrieb noch im Dezember des Vorjahrs einen Vertrag bis 2019 - ohne Ausstiegsklausel.

Der 47-jährige Letsch, der so wie einst Zeidler vom Lieferinger Farmteam kommt, und u.a. auch die "Jungbullen" in der UEFA Youth League betreute, wird nun also am Sonntag im Auswärtsspiel in Mattersburg bzw. beim Heimspiel gegen Rapid am 13. Dezember auf der Bank sitzen. Was darüber hinaus passiert, ist offen. Man habe mit Letsch nur über die kommenden zehn Tage gesprochen. Danach werde man über das weitere Vorgehen in der Trainerfrage beraten, so Freund.

„Wir müssen jetzt alle Energien bündeln, werden jegliche Konzentration auf die letzten beiden Spiele legen. Um nichts anderes geht’s“, pflichtet der Interimstrainer bei.

Im Sommer hatte Salzburg mit dem Spanier Oscar Garcia als Hütter-Nachfolger verhandelt, sich aber schließlich für Zeidler entschieden. Garcia ist derzeit ohne Klub.

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