Nach dem Feldhofer-Rauswurf: Die frühesten Trainerwechsel in Österreich
Ferdinand Feldhofer musste nach drei Runden als GAK-Coach gehen. Matthias Jaissle (re.) verließ Salzburg einen Tag vor dem ersten Match. Didi Constantini (li.) war einst für nicht einmal einen Tag Trainer von Vorwärts Steyr.
Die 0:8-Klatsche in Hütteldorf bedeutete für Ferdinand Feldhofer erwartungsgemäß das Aus als GAK-Trainer. Nach so einer Abfuhr ist ein Coach normalerweise nicht mehr zu halten.
Außer er heißt Ralph Hasenhüttl: Der Steirer hat in seiner Zeit als Southampton sogar zwei 0:9-Niederlagen (2019 gegen Leicester, 2021 gegen Manchester United) überlebt.
Kein Einzelfall
Ein Trainerwechsel nach drei Runden ist durchaus ungewöhnlich, aber auch kein Einzelfall. In der Geschichte der österreichischen Bundesliga haben sich Trainer sogar schon noch früher verabschiedet als Ferdinand Feldhofer.
Toni Polster hatte als Admira-Trainer eine kurze Amtszeit
- Toni Polster (Admira)
So lange es Toni Polster bei der Wiener Viktoria ausgehalten hat (312 Partien), so kurz war 2013 sein Gastspiel in der Südstadt. Nach drei Niederlagen in den ersten drei Bundesliga-Runden war er auch schon wieder Geschichte.
Auch Polster wurde ein Debakel zum Verhängnis: Nach einer 1:7-Klatsche in Grödig zogen die Admira-Verantwortlichen die Reißleine.
- João Sacramento (LASK)
Der Portugiese mit dem klingenden Namen hat einen klitzekleinen Anteil am Double-Gewinn des LASK in der letzten Saison. Immerhin haben die Linzer unter ihm die ersten zwei Cup-Runden überstanden und sechs Pünktchen in der Liga geholt.
Die Verpflichtung von João Sacramento erwies sich für den LASK als Riesenflop: Nach sieben Runden und fünf Niederlagen musste er gehen und machte den Weg frei für Erfolgscoach Didi Kühbauer.
João Sacramento war als LASK-Trainer ein Fehlgriff.
- Thomas Darazs (LASK)
Ein Jahr vor João Sacramento kippte auch einer seiner Vorgänger früh vom LASK-Trainerstuhl. Nach einer 1:5-Heimpleite gegen den WAC in der fünften Runde war Thomas Darazs nur mehr Ex-Coach.
- Zvonimir Soldo (Admira)
Die kroatische Fußball-Legende und die Admira - das war ein einziges Missverständnis. In die Saison 2020/'21 startete Zvonimir Soldo mit einer 1:4-Niederlage gegen Rapid - danach trennten sich die Wege.
- Georg Zellhofer (Ried)
Man kann im Innviertel jetzt nicht wirklich von einer Ära sprechen. Am 8. Mai 2008 wurde Georg Zellhofer als Ried-Coach präsentiert, am 2. Juli nahm er schon wieder Abschied - ohne in einem Pflichtspiel auf der Bank gesessen zu sein.
Matthias Jaissle ist der letzte Salzburger Meistertrainer
- Matthias Jaissle (Salzburg)
Der Deutsche bescherte Red Bull Salzburg die letzten beiden Meistertitel (2022, 2023) und sollte auch in der Saison 2023/'24 den Erfolgslauf fortsetzen. Einen Tag vor dem ersten Meisterschaftsspiel ließ er Salzburg hinter sich und folgte dem Lockruf des Geldes nach Saudi-Arabien, wo er mit Al-Ahli zwei Mal die asiatische Champions League gewann.
- Gerald Baumgartner (Mattersburg)
Eine 0:6-Heimniederlage gegen den WAC besiegelte 2018 das Aus des Trainers nach dem vierten Spieltag.
- Didi Constantini (Vorwärts Steyr)
Einen Kurzzeit-Rekord als Trainer hat der spätere ÖFB-Teamchef aufgestellt. Am Vormittag des 1. Juli 1998 wurde Didi Constantini als neuer Coach des Bundesliga-Aufsteigers Vorwärts Steyr präsentiert, am Nachmittag zog er die Konsequenzen aus den klubinternen Querelen, kündigte seine Zusammenarbeit auf und fuhr heim nach Tirol.
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