Frauen-EM: Norwegen hat mit Österreichs nächstem Gegner leichtes Spiel

Klar überlegen: Norwegens Julie Blakstad im Duell mit Emily Wilson
Die Skandinavierinnen siegen gegen Nordirland mit 4:1 und hätten auch noch deutlich mehr Tore erzielen können.

Norwegen ist mit einem klaren Sieg in die Frauen-Fußball-EM in England gestartet. Der zweifache Europameister ließ Nordirland am Donnerstag in Southampton beim 4:1 (3:0) keine Chance und übernahm die Führung in der Gruppe A vor den Turnier-Gastgeberinnen. Die hatten im Eröffnungsspiel am Mittwoch die ÖFB-Auswahl mit 1:0 bezwungen. Am Montag (18.00) treffen die Auftaktverlierer in Southampton aufeinander, für beide ist ein Sieg Pflicht, um im Aufstiegsrennen zu bleiben.

Julie Blakstad (10.), Frida Maanum (13.), Caroline Graham Hansen (31./Elfmeter) und Guro Reiten (54./Freistoß) münzten die klare Überlegenheit in der Heimstätte des steirischen Southampton-Trainers Ralph Hasenhüttl in Tore um. Dem EM-Debütanten gelang vor den Augen einer mehrköpfigen ÖFB-Delegation, der auch Sportdirektor Peter Schöttel angehörte, durch Julie Nelson (49.) nur Ergebniskosmetik. Die Nordirinnen waren wie auch schon in der EM-Quali, wo es zweimal ein bitteres 0:6 gesetzt hatte, im direkten Duell einfach mindestens eine Klasse zu schwach.

Women's Euro 2022 - Group A - Norway v Northern Ireland

Jubel in Rot: Guro Reiten feiert mit Caroline Graham Hansen

Ein Spiel auf der schiefen Bahn

Die Partie lief vor 9.146 Zuschauern vor der Pause wie auf einer schiefen Ebene in Richtung Tor der Nordirinnen. Die agierten in der Abwehr variabel, Dreier-, Vierer- als auch Fünferkette wurde praktiziert. Doch überraschend versuchte der Underdog mehrmals einen Spielaufbau von hinten und machte sich dabei mit Fehlern selbst das Leben schwer.

Die Führung fiel schon in Minute zehn, Linksverteidigerin Blakstad traf nach Seitenverlagerung von Reiten wuchtig ins kurze Eck. Drei Minuten später verlor der Außenseiter leichtfertig den Ball, Ada Hegerberg spielte uneigennützig quer auf Maanum, die vollendete. Jacqueline Burns verhinderte bei Abschlüssen von Amalie Eikeland (22.) und Maanum (24.) weitere Gegentore, zudem ließ Hegerberg zwei Chancen ungenützt (25., 28.).

Das dritte Tor resultierte aus einem Elfmeter, nachdem Nadene Caldwell ein völlig unnötiges Handspiel begangen hatte. Die im Dribbling enorm starke Hansen verwertete den Strafstoß. Die Barcelona-Akteurin hätte beinahe noch einen Doppelpack geschnürt, scheiterte aber an Burns (45.+2).

Women's Euro 2022 - Group A - Norway v Northern Ireland

Au weh: Schmerzen bei Nordirlands Simone Magill

Kurzes Strohfeuer

Nach Wiederbeginn gab es einen kurzen nordirischen Hoffnungsschimmer, da die glücklich bediente Nelson am langen Eck stehend einköpfelte. Norwegen legte aber sofort wieder nach. Wieder fiel das Gegentor aus nordirischer Sicht zu einfach. Reiten traf bei einem Freistoß von knapp außerhalb des Strafraums an der Mauer vorbei ins Torfraueneck.

Danach hätte der Sieg noch deutlich höher ausfallen können. Negativ ist für Nordirland, das zumindest bei den Fans ein Übergewicht hatte, zudem, dass mit Caldwell und Simone Magill zwei Akteurinnen angeschlagen ausschieden.

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