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Auf Happels Spuren: Oliver Glasner greift nach zweitem Europacupsieg

Oliver Glasner trifft im Endspiel der Conference League mit Crystal Palace auf Rayo Vallecano. Nach der letzten Partie mit den Londonern wartet wohl bald der nächste Klub.
Oliver Glasner

Wenn Crystal Palace am Mittwoch in Leipzig im Finale der Conference League auf Rayo Vallecano trifft (21 Uhr, live Canal+), dann richtet sich ein großer Teil der Aufmerksamkeit auf einen Mann an der Seitenlinie: Oliver Glasner. Für den Oberösterreicher könnte das Endspiel nicht nur sportlich, sondern auch emotional der Schlusspunkt einer außergewöhnlichen Zeit als Trainer in England werden.

Der 51-Jährige hat den Klub aus Südlondon in den vergangenen beiden Jahren nachhaltig geprägt. Aus einer Mannschaft, die in der Premier League lange um Stabilität und oft gegen den Abstieg kämpfte, formte er ein Team, das plötzlich Titel gewinnen konnte. Nach dem Triumph im FA Cup und im Community Shield bietet sich nun die Chance, erstmals auf europäischer Bühne Geschichte zu schreiben.

Es ist das fünfte Endspiel in der Trainerkarriere von Oliver Glasner. Von den bisherigen vier hat er nur eines verloren: 2023 als Trainer von Frankfurt, als es im Endspiel um den DFB-Pokal ein 0:2 gegen RB Leipzig setzte.

Mit seinem zweiten Titel im Europacup würde Glasner mit Ernst Happel gleichziehen. Der 1992 verstorbene Wiener gewann 1970 mit Feyenoord und 1983 mit dem HSV den Meistercup.

Frage nach der Zukunft

Für eine Chance auf den Titel in der Champions League bräuchte es bei Glasner erst noch einen passenden Großklub. Wie es nach dem heutigen Finale mit ihm weitergeht? In Interviews ließ er zuletzt durchblicken, dass er nach Saisonende Abstand vom Fußball nehmen möchte. Er wolle zunächst zurück nach Österreich und Zeit mit seiner Familie verbringen, so der Innviertler. Die eine oder andere Woche auf Mallorca mit dem Golfschläger in der Hand wird sich wohl dazu gesellen.

Indes sollen mehrere Klubs Interesse an Glasner haben. Seit Dienstag fällt sein Name auch in Verbindung mit dem AC Milan. Beim italienischen Traditionsklub wurde nach Verpassen des Champions-League-Startplatzes die komplette sportliche Führung vor die Türe gesetzt. Darunter auch Trainer Massimiliano Allegri.

Glasners Ansehen in Europa ist nach Erfolgen mit Eintracht Frankfurt und Crystal Palace weiter gestiegen und würde durch einen Sieg am Mittwochabend weiter ansteigen. „Wenn man einen Film sieht oder ein Buch liest, hofft man immer auf ein Happy End. Diese mehr als zweijährige Reise mit einem weiteren Titel zu beenden, mit dem ersten europäischen Titel in der Geschichte von Crystal Palace, das wäre unglaublich“, meint der Trainer vor dem Endspiel in Deutschland.

Positive Final-Erfahrung

In den bisherigen zwei gewonnenen Endspielen im FA Cup gegen Manchester City und im Community Shield gegen den FC Liverpool waren die Palace-Profis immer am Punkt. Dies soll sich auch gegen Rayo Vallecano nicht ändern, wenngleich sich gegen die Spanier etwas die Ausgangslage verändert. Diesmal ist das Team von Glasner nicht krasser Außenseiter. Bei den Buchmachern werden die Engländer sogar als klarer Favorit ausgemacht.

Allerdings: Das Team aus Madrids Arbeiterviertel Vallecas – für das 1992/’93 Toni Polster auf Torjagd ging und in 34 Spielen 14 Tore erzielte – beendete die Saison in der spanischen Liga immerhin auf Platz 8 und schaltete im Halbfinale Racing Straßburg dank zweier 1:0-Siege aus.

Fest steht: Wie auch immer das Finale von Leipzig für Oliver Glasner ausgehen mag. Sein Handy wird wohl nicht lange still liegen.

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