FIFA ermittelt: Droht dem LASK eine Europacup-Sperre?

OBERÖSTERREICH: PK FUSSBALL-BUNDESLIGIST LASK:  WERNER
Wie die "Krone" berichtet, könnte den Linzern wegen Verstößen gegen Transferbestimmungen auch international Ungemach drohen.

Am Montag teilte die Bundesliga mit, dass der Senat 5 ein Disziplinarverfahren gegen den LASK eingeleitet hat. Die Linzer hatten nach einem „News“-Bericht über mögliche Verstöße gegen das Verbot des Dritteigentums an Spielerrechten fristgerecht eine Stellungnahme bei der Liga eingebracht. „Nach Prüfung der Unterlagen hat der Senat 5 weitere Nachfragen gestellt und zur vertiefenden Prüfung und Durchführung von Zeugeneinvernahmen ein Disziplinarverfahren eingeleitet“, verlautete die Liga. LASK-Vizepräsident Jürgen Werner soll über eine Firmenbeteiligung mit den Transferrechten von LASK-Spielern Geschäfte gemacht haben und damit gegen FIFA-Regeln verstoßen haben - was er bestreitet. 

Doch jetzt droht den Linzern noch größeres Ungemach. Wie die "Krone" in der Mittwoch-Ausgabe berichtet, ermittelt jetzt sogar der Weltverband FIFA. „Wir werden in diesem Fall definitiv aktiv. Uns liegen zahlreiche schriftliche Belege vor, die Verletzungen der Transferregeln zeigen“, wird ein ein Ermittler der FIFA in der Zeitung zitiert. Der frühere Spielerberater Werner soll zur Gänze oder teilweise wirtschaftlicher Eigentümer der Transferrechte von mehr als 40 LASK-Spielern gewesen sein. Auch nach dem Verbot dieser Praktiken im Jahr 2015 soll das noch so gewesen sein.

Transfer- oder Europacup-Sperre?

Allfällige Strafen für die Linzer könnten drakonisch ausfallen. In der Bundesliga wäre ein Lizenzentzug möglich, die FIFA könnte eine Europacup-Sperre oder eine Transfersperre aussprechen. Dann dürften die Linzer nicht einmal ablösefreie Spieler verzichten. Die Härte der FIFA bekam 2016 schon der SKN St. Pölten zu spüren. Weil bei einem Transfer von Alhassane Keita nicht der richtige Funktionär unterschieben hatte, wurde das Dokument als gefälscht angesehen. Der Weltverband sperrte die Niederösterreicher von allen Transfers für ein Jahr - bis hinunter in den Nachwuchs.

Im Jahr 2015 erwischte es Twente Enschede. Der niederländische Klub wurde drei Jahre für alle Europacup-Bewerbe gesperrt. Die Transferrechte für sieben Twente-Spieler gehörten auch nach dem Verbot 2015 noch der maltesischen Investorengruppe Doyen. Die Europacupsperre war schon von der niederländischen Liga ausgesprochen worden.

Falls es zu einer FIFA-Sanktion kommt, wäre eine Geldstrafe die mildeste Form einer Verurteilung.

Linzer Verfehlungen

Für den LASK setzen sich die Negativ-Schlagzeilen fort. Zuletzt hatte es Unruhe rund um das Stadionprojekt der Linzer gegeben. Die alte Gugl wurde abgerissen, der geplante Neubau verschiebt sich. Eine drohende Kostenexplosion wird dementiert.

Vergangene Saison waren den Athletikern wegen der Corona-Trainingsaffäre vier Punkte in der Tabelle abgezogen worden, weil die Mannschaft gegen die Fair-Play-Regeln verstoßen und mehrere verbotene gemeinsame Mannschaftstrainings absolviert hatten.

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