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Sport Fußball
09/20/2018

Europa League: Und am Ende gewinnt Red Bull

Im Red-Bull-Familienduell zwischen Leipzig und Salzburg ist ein Unentschieden ein durchaus logisches Resultat.

von Stephan Blumenschein

Braucht das die Fußballwelt wirklich, ein Spiel zweier Klubs, die es in dieser Form nur gibt, weil ein Konzern im Weltsport Nummer eins Werbung für sein Produkt machen wollte?

Die einfache Antwort auf eine rein philosophische Frage: Es ist eben so. Nachdem die UEFA vor einem Jahr ihren Segen gegeben hat, dass Salzburg und Leipzig gleichzeitig im Europacup starten dürfen, hat die Auslosung der Europa League halt einfach ergeben, dass heute gleich im ersten Spiel der Gruppe B zwei Vereine mit Red-Bull-Anschubfinanzierung gegeneinander spielen werden (21 Uhr/live Puls 4, DAZN).

Es ist nicht das erste Mal, dass so ein Spiel stattfindet. Im Jänner 2015 trafen einander Salzburg und Leipzig freundschaftlich – passenderweise im Wüstenemirat Katar. Geendet hat das Testspiel durchaus spektakulär, nämlich mit einem 3:3-Remis.

Interessant: Von jenen Spielern, die vor dreieinhalb Jahren eingesetzt wurden, sind heute nur noch vier bei Salzburg (Ulmer, Leitgeb, Ramalho, Minamino). Ebenfalls vier damalige Salzburger stehen nun im Kader von Leipzig ( , Sabitzer, Ilsanker, Laimer). Und auch bei RB sind nur noch vier Spieler (Demme, Klostermann, Forsberg, Poulsen) dabei, die schon einst für den deutschen Red-Bull-Klub gespielt haben.

Während die Trainer von damals, Adi Hütter (Salzburg) und Alexander Zorniger (Leipzig), ziemlich lange nicht mehr in Amt und Würden sind, ist der damalige Strippenzieher im Red-Bull-Fußball-Imperium noch immer dabei. Im Trainingslager in Katar war Ralf Rangnick noch Sportchef von beiden Vereinen, mittlerweile ist er das nur noch in Leipzig.

Beim Tabellenzehnten der Deutschen Bundesliga ist der 60-Jährige auch Trainer. In dieser Funktion bekommt er es heute mit jenem Klub zu tun, bei dem er die Basis für die Serienerfolge gelegt hat. Einen klaren Favoriten gibt es heute nicht, dafür sind sich beide Teams zu ähnlich. Ein Remis wäre irgendwie logisch.

Die Formationen im KURIER-Vergleich:

- Tor: Beide Klubs leisten sich heute den Luxus, den Stammkeeper zu schonen. Bei Leipzig wird Yvon Mvogo statt Peter Gulacsi spielen, bei Salzburg Alex Walke statt Cican Stankovic. Für den 35-jährigen Deutschen spricht die Routine, für den 24-jährigen Schweizer die Spielpraxis. Mvogo hat vier EL-Qualifikationsspiele von Leipzig absolviert, während Walke erst am Samstag nach wochenlanger Verletzungspause in St. Pölten sein Comeback gefeiert hat.

KURIER-Wertung: 1:1

- Abwehr: Die Salzburger Defensive steht seit Saisonbeginn: Lainer, Ramalho, Pongracic und Ulmer werden auch heute die Viererkette bilden. Auch wenn die Innenverteidiger zuletzt schwächelten, klappt es besser als bei Leipzig. „Wir bekommen zu viele Gegentore“, monierte Rangnick nach dem 3:2 am Samstag in der Bundesliga gegen Hannover. RB Leipzig experimentiert aber auch stark: Heute könnten mit Rechtsverteidiger Laimer und Innenverteidiger Upamecano zwei Ex-Salzburger eine Chance bekommen.

KURIER-Wertung: 1:2

- Mittelfeld: Im Zentrum werden sich beide Teams wohl neutralisieren, obwohl die Grundformation bei Leipzig mit zwei Sechsern defensiver erwartet wird als bei Salzburg (nur ein Sechser). Die Qualität der Spieler ist individuell ähnlich. Für Leipzig spricht die internationale Erfahrung, für Salzburg die jugendliche Unbekümmertheit.

KURIER-Wertung: 2:3

- Angriff: In der Offensive ist Leipzig im Vorteil – qualitativ und quantitativ. Auch wenn der angeschlagene deutsche Teamspieler Timo Werner geschont wird, hat Rangnick mit Augustin, Cunha, Forsberg, Bruma, Poulsen und Sabitzer die Qual der Wahl. Bei Salzburg wird neben Torjäger Dabbur wohl wieder Mittelfeldspieler Yabo stürmen, weil die Alternativen Daka, Prevljak und Gulbrandsen nicht fit oder gerade erst fit geworden sind.

KURIER-Wertung: 3:3

- Trainer: Marco Rose wurde von Ralf Rangnick einst aus Leipzig nach Salzburg geholt. Beide verbinden ähnliche Ansichten über Fußball, beide lassen einen ähnlichen Stil spielen. Menschlich verbindet sie mehr, als es öffentlich den Anschein macht. Ihr unbändiger Ehrgeiz ist aber auch typisch Deutsch. Und überraschen können sie einander ebenfalls kaum – eine klassische Pattstellung.

KURIER-Wertung: 4:4

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