Nach Gala gegen Basel: Wie Salzburg doch noch weiterkommt

Salzburgs Alajbegovic
Salzburg glänzte in der Europa League beim 3:1 gegen Basel und hat noch eine Mini-Chance auf die Top 24. Sturm Graz kann helfen.

Die guten alten Zeiten scheinen in Salzburg plötzlich wieder ganz nah. Die Mannschaft von Trainer Thomas Letsch erinnerte im ersten Pflichtspiel des Jahres gegen Basel an früher, legte die beste Halbzeit seit langer Zeit hin und darf in der Europa League sogar noch träumen. Nach dem 3:1 gegen die Schweizer wartet am letzten Spieltag der Ligaphase das "Finale" gegen Aston Villa.

Der starke Auftritt der Salzburger kam nach dem wackeligen Herbst für viele überraschend, aber nicht für alle. "Nein", sagte Coach Letsch, "ich hatte ein gutes Gefühl." Man habe in der Vorbereitung "richtig Gas gegeben" und eine "gute Konkurrenzsituation" in der Mannschaft geschaffen.

Mit sechs Punkten liegt Salzburg in der Europa League jetzt auf Rang 28, fürs Play-off muss man in die Top 24. Den Taschenrechner will Mathematik-Lehrer Letsch dennoch nicht auspacken. Fakt ist: Salzburg braucht am Donnerstag in Birmingham gegen Aston Villa einen Sieg und Schützenhilfe mehrerer Mannschaften, um weiterzukommen. "Theoretisch haben wir die Möglichkeit - wenn wir beim Dritten der Premier League gewinnen", weiß Letsch, "wir schauen nur auf uns. Was auf anderen Plätzen passiert, darauf haben wir keinen Einfluss." Nicht nur Sturm kann Salzburg helfen, wenn die Grazer gegen Brann Bergen gewinnen. Es braucht wohl auch Unterstützung von oben, wie Frans Krätzig betonte: "Wir können nur unsere Punkte holen. Und dann mag der liebe Gott im Jahr 2026 vielleicht mit uns sein.“

Viel wichtiger als die Rechenspiele ist Letsch aber, "dass wir die Energie aus dem Spiel mitnehmen. Das ist wichtiger als die ganze Mathematik". Die Leistung macht jedenfalls Mut für die Frühjahrssaison. Jetzt gehe es darum, die gute Leistung zu konservieren, um die nötige Konstanz, die im Herbst schmerzlich vermisst wurde. Letsch: "Jetzt kommt die Phase in der Saison, wo wir liefern müssen. Deswegen war es so wichtig, gut reinzustarten."

Hoffnung macht unter anderem das junge Innenverteidiger-Duo Joane Gadou und Jannik Schuster. Die beiden 19-Jährigen haben Routinier Jacob Rasmussen aus der Startelf gespielt. "Der junge Weg ist unser Weg", sagte Letsch. Dass mit Kerim Alajbegovic (18) ein weiterer Youngster in bestechender Frühform ist, bewies er mit seinem Doppelpack. Dass er im Sommer zu Leverkusen zurückkehren wird, spielt derzeit keine Rolle. "Wenn ich auf dem Platz bin, möchte ich einfach das Beste für diesen Verein geben."

Sonderlob gab es von Letsch auch für einen anderen Mittelfeldspieler. "Für mich war Sota Kitano der Spieler der ersten Halbzeit. Er war bei jeder Aktion gegen den Ball dabei, er macht das sehr gut." Auch der Japaner hebt die Hoffnungen auf ein rosiges Frühjahr in Salzburg.

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