Benjamin Best.

© HONORARFREI BEI BUCH-NENNUNG /Joern Blohm

Causa Taboga
11/13/2013

„Es geht um wahnsinnig viel Geld“

Der KURIER sprach mit Benjamin Best, Autor des Buchs „Der gekaufte Fußball“.

von Florian Plavec

Vor kurzem erschien das Buch von Benjamin Best: „Der gekaufte Fußball. Manipulierte Spiele und betrogene Fans.“ Zudem wurde der deutsche Journalist für sein Radiofeature „Tor, Sieg, Betrug – Wettmanipulation im Sport“ von CNN als „Journalist of the Year 2011“ ausgezeichnet.

KURIER: Haben Sie die jüngsten Ereignisse um Dominique Taboga überrascht?
Benjamin Best: Nein. Das war nur eine Frage der Zeit. Drohungen mit Waffengewalt sind schockierend, aber das sind die Methoden der organisierten Kriminalität, es geht um wahnsinnig viel Geld.

Sanel Kuljic soll Kontakte zur Wettmafia gehabt haben.
Er hatte Kontakte zu Marijo Cvrtak, der neben Ante Sapina der Drahtzieher des Wettskandals 2009 war. Es ging darum, den damaligen Tormann von Wr. Neustadt zu kaufen. Daraus wurde nichts, aber Kuljic hat den Tipp gegeben beim Heimspiel von Wr. Neustadt gegen Rapid (0:4) auf Rapid zu setzen, weil er wusste, dass sein Team in schlechter Verfassung ist. Cvrtak wusste, dass Kuljic in Geldnöten ist.

Ist Österreich besonders betroffen?
Österreich hat eine Nähe zum Balkan – ein Zentrum des organisierten Wettens. Wetten sind in Österreich gesellschaftlich akzeptiert. Außerdem warten die Fußball-Funktionäre viel zu lange ab.

Wer ist besonders anfällig für Betrügereien?
Es sind Mittelklasse-Spieler, die eventuell unzufrieden sind und eine Familie zu ernähren haben. Es geht in erster Linie nicht um die Top-Ligen, sondern um die Ligen darunter.

Wie viele Spieler muss man für ein Ergebnis kaufen?
Wenn es der Torwart ist, kann das schon reichen. Wichtig sind auch Schlüsselpositionen wie ein Innenverteidiger oder der Stürmer.

Wie sehr liegt das Problem in Asien?
Das Problem ist, dass in Asien sehr hohe Summen gesetzt werden können. Es wurde zum Beispiel in Asien auf ein Spiel der zweiten österreichischen Liga ein sechsstelliger Betrag gesetzt, der Gewinn lag bei 650.000 Euro. Zudem setzt man in Asien anonym über Mittelsmänner.

Wie könnte man Gegensteuern?
Man müsste viel früher eingreifen und aufklären, was möglich ist. Der ÖFB hat 2010 über die Probleme von Sanel Kuljic Bescheid gewusst, aber nichts unternommen. Ein Kontakt mit Wettbetrügern müsste für eine Sperre schon reichen.

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