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Sport Fußball
06/04/2021

Nach der EM-Kostprobe in England: Die Tops und Flops des ÖFB-Teams

In gut einer Woche startet Österreich gegen Nordmazedonien in die EM, der erste Test in England war nur in wenigen Punkten überzeugend.

von Alexander Strecha, Andreas Heidenreich

Trotz der 0:1-Niederlage im Testspiel gegen England hat Österreichs Teamchef Franco Foda ein überwiegend positives Resümee des Ausflugs nach Middlesbrough gezogen. Man habe sich im Vergleich zum 0:4 im März gegen Dänemark stabilisiert und liege im Hinblick auf die EM voll im Plan, erklärte der Deutsche am Mittwoch. 

Was sind also die Lehren aus dem Gastspiel, damit der finale Test daheim gegen die Slowakei kein Leerspiel wird? Wie reif präsentiert sich das österreichische Nationalteam schon für die EURO? Fakt ist, dass in der verbleibenden Zeit noch an einigen Schrauben gedreht werden muss.

  • Positiv: Daniel Bachmann

„Daniel hat seine Chance genutzt“, meinte Teamchef Foda über die Leistung des Torhüters bei seinem Teamdebüt.

Die Zufriedenheit des Trainers würde einen weiteren Einsatz am Sonntag gegen die Slowakei beim finalen Test vor der Endrunde nahelegen, was wiederum nach sich ziehen würde, dass Bachmann als Nummer 1 Österreichs in die EURO startet. „Ich brauche nicht Werbung für mich zu machen, sondern nur die Leistung auf den Platz bringen“, sagt der 26-Jährige.

  • Positiv: Die Innenverteidiger

Das Duo Dragovic und Hinteregger stellte einmal mehr die Harmonie und die Abgeklärtheit unter Beweis, mit Harry Kane hatte man einen Weltklassestürmer zumeist unter Kontrolle.

England vs Austria
  • Positiv: Marcel Sabitzer

Er sprach zuletzt davon, vermehrt die Rolle als Führungsspieler auch im Nationalteam annehmen zu wollen und versuchte auch in England, mit gutem Beispiel voranzugehen, was ihm auch gelang. Sabitzer lief viel, versuchte, sich stets ins Spiel einzubinden, arbeitete auch eifrig in der Defensive mit. Beachtenswert sein Sprint vor dem 0:1 der Engländer, als er noch mit einem Tackling retten wollte und dann das Tor mit viel Pech vorbereitete.

  • Positiv: Die Moral

Franco Foda zeigte sich vor allem mit der letzten halben Stunde des Spiels zufrieden, in der Österreich endlich gelungene Aktionen in der Offensive und auch Torchancen anzubieten hatte mit dem Kopfball von Gregoritsch, dem Lattenschuss von Sabitzer und dem Schuss von Schöpf. Dass man am Ende dem Ausgleich näher war als England dem zweiten Tor, spricht für die Moral.

  • Negativ: Fehlende Offensivgeister

Sasa Kalajdzic und Dominik Baumgartner waren die einzigen beiden echten Offensivspieler in der Startelf in England. Sabitzer spielt seit rund eineinhalb Jahren auf der Sechserposition bei seinem Klub, David Alaba zuletzt ebenso. Wer vor eine Viererabwehrkette noch vier Sechser und zwei davon hinter der Sturmspitze parkt, der sendet auch ein gewisses Signal an seine Spieler.

  • Negativ: Ungewohnte Positionen

Neben Alaba und Sabitzer spielte auch Friedl auf einer solchen. Der 23-Jährige kam nahezu die gesamte Saison bei Bremen als Innenverteidiger zum Einsatz. Dazu begann Baumgartner auf der falschen (rechten) Seite, kam Schaub auf dem linken statt rechten Flügel als Joker. Speziell bei Alaba gehen längst die Wogen hoch. Dabei wurde Foda von Bayern-Coach Hansi Flick beschenkt, indem dieser Alaba im Frühjahr zehn Mal als Sechser aufgeboten und ihm Spielpraxis auf dieser Position zugesprochen hatte.

Geschenke sollte man annehmen. Fodas oft ins Treffen geführte Begründung, dass er froh sei, viele Spieler zu haben, die auf mehreren Positionen spielen könnten, ist nicht mehr schlagend. Noch weniger, wenn der Teamchef wie zuletzt ein Flick-Zitat, wonach Alaba auf drei Positionen Weltklasse sei, schmunzelnd als Argument reklamiert, dann aber Alaba nicht auch auf einer der drei Positionen einsetzt.

EURO 2020: TRAINING DES ÖFB-TEAMS IN BAD TATZMANNSDORF
  • Negativ: Ballbesitz

Bemängelt wird oft das fehlende Angriffspressing, doch in den letzten Monaten zieht sich vor allem das uninspirierte Spiel mit dem Ball wie ein roter Faden durch das Schaffen der Österreicher. Es wirkt, als hätte man nur für schnelle Umschaltmomente einen Plan, nicht aber im stabilen Ballbesitz, wenn man etwa von hinten heraus aufbauen und spielerische Lösungen finden muss. Das ist vor allem immer dann gefragt, wenn man in Rückstand gerät.

Dazu müsste man auch spielstärkere Akteure wie Grillitsch oder Alaba ins defensive Mittelfeld stellen. Es ist kein Zufall, dass es nach Grillitschs Einwechslung spielerisch bergauf ging.

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