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Sport Fußball
10/13/2019

EM 2020 rückt näher: Österreich siegt auch in Slowenien

Das ÖFB-Team feiert in Ljubljana einen wichtigen 1:0-Erfolg und kann gegen Nordmazedonien die EM-Teilnahme fixieren.

von Alexander Strecha

Wie groß die Anspannung beim österreichischen Nationalteam gewesen war, ließ sich am Jubel von Teamchef Franco Foda ermessen. Geballt beide Fäuste gen Himmel, der Körper nach hinten gebogen, der Schrei unüberhörbar bis hinauf auf die Tribüne. "Ja!"

Es war geschafft, das verdiente und hart umkämpfte 1:0 in Ljubljana, der zweite knappe Erfolg gegen Slowenien, brachte Österreich einen ganz großen Schritt der EM näher. Im November könnte man sich mit einem Sieg im Wiener Prater gegen Nordmazedonien endgültig zum Ticket-Schalter begeben und die Reise für den Sommer 2020 buchen.

Tor: 0:1 (21.) Posch.

Rote Karte: Popovic (89.).

Gelbe Karten: Al. Struna, Bezjak bzw. Ulmer, Hinteregger, Laimer, Sabitzer.

Slowenien: Oblak (K) - Stojanovic, Aljaz Struna, Mevlja, Balkovec - Krhin (79. Popovic) - Bezjak (61. Zajc), Ilicic, Kurtic, Verbic (69. Beric) - Sporar.

Österreich: Stankovic - Posch, Dragovic, Hinteregger, Ulmer - Baumgartlinger (K), Ilsanker - Lazaro (87. Trimmel), Sabitzer (92. Kainz), Laimer - Gregoritsch (83. Onisiwo).

Premiere für Posch

Es war am Sonntagabend der Lohn harter Arbeit. Dabei verlor der lädierte Oberschenkel von Marko Arnautovic wie befürchtet den Wettlauf mit der Zeit, Franco Foda setzte in seinem 20. Länderspiel als Teamchef den Stürmer aber als Drohgebärde für die Slowenen auf die Bank. An seiner Stelle stürmte Michael Gregoritsch, erhielt dabei vermehrt Unterstützung von Marcel Sabitzer.

Konrad Laimer erfreute sich bester Gesundheit, seine Adduktoren ließen einen Einsatz zu. Auch Stefan Posch fühlte sich fit genug, um auf der rechten Flanke zu verteidigen. Beide sollten das Spiel prägen.

Sloweniens Siegzwang äußerte sich von Beginn an in ihrem Agieren, beide Teams begegneten einander mit viel Aggressivität und Tempo. Österreich hatte im Vergleich zum Israel-Match etwas mehr Ballsicherheit im Spiel. Die Folge war zunächst die erste Chance, als Sabitzer auf Gregoritsch flankte, dessen Schuss hielt Goalie Oblak mit tollem Reflex (13.). Wenig später hatte er aber seine Hand nicht im Spiel, als Verteidiger Posch einen Lazaro-Eckball per Kopf zum 1:0 im langen Eck versenkte (21.).

Geschockt zeigten sich die Slowenen keineswegs, sie blieben physisch präsent und haderten in Folge zurecht mit dem türkischen Schiedsrichter Cakir. Nach einem Handspiel von Gregoritsch hätte er Elfmeter geben können, eine brutale Ulmer-Attacke an Bezjak war ihm eine Gelbe Karte wert. Rot wäre die richtige Farbe gewesen, wenngleich Ulmer im Zweikampf unglücklich wegrutschte. Knapp vor der Pause duellierte sich Gregoritsch abermals mit Oblak, der den Schuss aus dem Eck fischte (41.).

Viel Aufwand

Österreich benötigte die Pause, um sich zu sammeln und wieder mehr Ruhe ins hektische Spiel zu bringen. Ein Schuss von Laimer knapp neben das Tor sollte die Richtung in die Offensive vorgeben, Gregoritsch und Sabitzer gaben immer wieder den Startschuss, um die slowenische Defensive unter Druck zu setzen.

FBL-EURO-2020-QUALIFIER-SLO-AUS

Da man die Mühen nicht mit einem zweiten Tor belohnen konnte, witterten die Slowenen unvermindert ihre Chance, dem kampfbetonten Spiel doch noch eine Wendung zu geben und wagten sich wieder mehr in die Offensive, ohne allerdings wirklich für Gefahr im Strafraum zu sorgen. Den Slowenen, nach wie vor zum Siegen verdammt, lief allmählich die Zeit davon, weshalb es vielen ihrer Aktionen an der nötigen Präzision fehlte.

Den Österreichern kam in dieser Phase trotz aller Bemühungen von Laimer, Sabitzer und Lazaro die spielerische Linie abhanden, temporeiche Angriffe vermochte man nicht final abzuschließen. Der Spannungsbogen blieb gespannt, bei Joker Popovic lagen die Nerven blank, er wurde nach einem Faustschlag gegen Sabitzer verdient ausgeschlossen (89.).

Jubeljana

Um 22.38 Uhr entließ Schiri Cakir das österreichische Team und die Fans in den Feierabend. Die rot-weiß-roten Sängerknaben intonierten "Oh, wie ist das schön."

Grund zu feiern hatten auch die Polen, die mit einem 2:0 daheim gegen Nordmazedonien die EM-Teilnahme vorzeitig fixierten.

  • Stimmen zum Spiel:

Franco Foda: "Wir sind noch nicht bei der EM, benötigen noch unbedingt einen Punkt. Heute darf die Mannschaft ausgiebig feiern, das haben sie sich verdient. Das ist eine richtig geile Truppe, da wächst etwas richtig Gutes zusammen. Wir wollen jetzt daheim gegen Nordmazedonien den Sack endgültig zumachen. Die Jungs haben den Plan perfekt umgesetzt. Posch hat seine Sache super gemacht. Man sieht, dass er sich bei Hoffenheim weiterentwickelt hat."

Julian Baumgartlinger: "Ein schwieriges Auswärtsspiel so zu gewinnen, ist großartig. Wir waren in der Defensive sehr stark. Besser kann man das Spiel auswärts nicht gestalten, außer vielleicht mehr Tore schießen."

Stefan Posch: "Bei meinem Tor war es ein überragendes Gefühl, aber das Wichtigste waren die drei Punkte. Es war ein sehr großer Schritt zur EM. Das Tor war einstudiert, wir haben bei Standards ein paar Varianten. Es war eine sehr gute Mannschaftsleistung von uns. Jeder hat gekämpft und gewusst, worum es geht. Ich habe eine EM zuletzt mit der U21 miterlebt und das war schon etwas Geiles, jetzt wird es noch etwas Anderes. Ich hoffe, dass gegen Nordmazedonien mehr Zuschauer kommen."

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