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Sport Fußball
05/25/2019

Ein Kantersieg ohne Wert: Innsbrucks Abstieg ist besiegelt

Mattersburg wird zwar mit 4:0 besiegt, da aber auch Hartberg gewinnt, müssen die Tiroler die Bundesliga verlassen.

von Christoph Geiler, Stephan Blumenschein

Gekommen um zu bleiben.

Das war das Motto, das sie bei Wacker Innsbruck für diese Saison ausgerufen hatten. Es waren nichts als leere Worte: Die Innsbrucker sind gekommen, um gleich wieder zu verschwinden. Und nach dem dritten Abstieg  in elf Jahren  droht   der zehnfache Meister nun sogar in der Versenkung zu verschwinden.

Der 4:0-Erfolg im letzten Saisonspiel gegen Mattersburg wurde für Innsbruck zu einem Pyrrhussieg. Da im Parallelspiel Hartberg gegen die Admira (3:1) ebenfalls drei Punkte holte, müssen die Tiroler den Gang in die zweite Liga antreten. Damit steigt erstmals seit 1999 (Vorwärts Steyr) ein Aufsteiger wieder postwendend ab.

Sieg ohne Wert

Schon an den Aufstellungen war klar zu sehen, für wen es in der letzten Runde wirklich noch um etwas ging. So gönnte Mattersburg-Trainer Klaus Schmidt jenen elf Spielern, die vor einer Woche beim 1:0 gegen Rapid begannen, eine Pause. Immerhin wartet am Dienstag das wichtige Duell mit dem Rekordmeister. Umgekehrt verzichtete die Admira in Hartberg auf Goalgetter Kalajdzic.

Gegen diese B-Elf hatten die Innsbrucker extrem leichtes Spiel und  hatten daher auch schon früh ihre Hausaufgaben erledigt. Nach elf Minuten und Toren von Taferner (6.) und Dedic führte Wacker 2:0 und plötzlich war auf den Rängen des Tivolistadions sogar wieder ein wenig  Hoffnung zu spüren. Immerhin stand es zu diesem Zeitpunkt in Hartberg noch 0:0.

Nach 18 Minuten wurde es dann mit einem Schlag das erste Mal ruhig im Stadion. Zwar  hatte Wacker-Coach Grumser die Order ausgegeben, den Spielstand aus Hartberg nicht auf der Anzeigetafel einzublenden, aber dank der modernen Technik verbreitete sich die Nachricht vom 1:0 durch Tadic in Windeseile.

Um 18:16 Uhr brach dann endgültig eine gespenstische Stille über das Stadion ein. Der zweite Treffer von Tadic gegen die Admira besiegelte den Abstieg des FC Wacker. Und sorgt dafür, dass der große Außenseiter Hartberg, der von allen Experten als Fixabsteiger gehandelt worden war, eine weitere Saison die Bundesliga bereichern darf.

FUSSBALL: TIPICO-BUNDESLIGA / QUALIFIKATIONSRUNDE: TSV PROLACTAL HARTBERG - FC FLYERALARM ADMIRA

Der FC Wacker hat den Klassenerhalt freilich nicht erst in der letzten Runde verspielt. Sondern vor allem im Kalenderjahr 2019, in dem die  Innsbrucker 10 von 14 Partien verloren haben.

Ohnehin sprechen die nackten Zahlen eine eindeutige Sprache: Wacker hat die wenigsten Siege errungen, die wenigsten Tore erzielt und ist zudem die schwächste Heim-Mannschaft.

Feuer am Dach

Am Ende sorgten die Wacker-Anhänger dann auch noch für einen unrühmlichen Abschied aus der Bundesliga. In der letzten Viertelstunde zündeten sie immer wieder Böller und Rauchbomben.

Die Nordtribüne sieht in Sportchef Alfred Hörtnagl den Hauptschuldigen für den Absturz. "Mission 2020, Ali pack die Sense ein" schrieben sie auf ein riesiges Transparent. 

Hörtnagl wird wohl nicht der einzige sein, der den Verein nun verlassen wird. Beim  zehnfachen Meister steht ein radikaler Umbruch an, aktuell weiß noch keiner, wie es mit dem Verein nun weiter gehen soll. Fix ist, dass nun auch die zweite Mannschaft aus der zweiten Liga absteigen muss. "Irgendwie wird und muss es weiter gehen", sagt Präsident Gerhard Stocker, "aber ich weiß nicht, in welcher Form."