Rapid-Torjäger Taxi Fountas.

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Sport | Fußball
08/12/2019

Dritte Bilanz vor der Trennung: Rapid profitiert von Salzburg

Was fiel in der dritten Runde der Bundesliga-Saison 2019/'20 positiv auf? Was blieb hingegen negativ in Erinnerung?

Der KURIER lässt auch in dieser Saison, in der die Bundesliga erneut nach 22 Runden in eine Meister- und eine Qualifikationsgruppe geteilt wird, am Montag das jeweilige Wochenende Revue passieren. Was fiel in der dritten Runde positiv auf, was hingegen negativ?

+ Salzburger Naturgewalt: Bei Red Bull spielten schon viele ausgezeichnete Stürmer: Alexander Zickler, Marc Janko, Alan, Jonatan Soriano, Munas Dabbur – um nur die torgefährlichsten Spieler zu nennen. Aber Erling Braut Haaland hat das Zeug, um sie alle in den Schatten zu stellen. Gegen den WAC zeigte der erst 19-jährige Norweger, was alles in ihm steckt. Seine drei Tore waren nur das I-Tüpfelchen auf einer perfekten Leistung.

+ Rapids Glücksgriff: Schon vor sechs Jahren ist Taxi Fountas erstmals nach Österreich gekommen. Der damals 18-jährige Grieche war Red-Bull-Scouts beim krisengeschüttelten Athener Großklub AEK aufgefallen. In Salzburg konnte sich der Offensivspieler nicht durchsetzen. Die Konkurrenz mit Jonatan Soriano, Alan, Kevin Kampl und Sadio Mane war einfach zu groß. Schon nach einem halben Jahr wurde er an Grödig verliehen, später noch in seine Heimat. Nach einer Saison bei St. Pölten ist Fountas diesen Sommer zu Rapid gewechselt und zeigt in Hütteldorf seine Klasse. Beim 2:1-Heimsieg gegen Altach erzielte er beide Treffer - ein weiterer Beweis, dass die Red-Bull-Scouts ihr Handwerk verstehen.

+ Austrias Rotation: Nach drei Pflichtspielniederlagen in Serie hat es auch bei den Wienern endlich auch in der Bundesliga mit einem Sieg geklappt: Das 5:1 in Mattersburg war dazu noch ziemlich eindrucksvoll. Trainer Christian Ilzer hatte zwischen den beiden Europa-League-Qualifikationspartien rotiert, mit Johannes Handl, Stephan Zwierschitz, Dominik Fitz und Christoph Monschein kamen im Vergleich zur 1:2-Hinspielniederlage gegen Apollon Limassol vier neue Spieler in die Startelf. Alle trugen ihr Schäuflein zum Kantersieg bei. Besonders auffällig war natürlich Stürmer Monschein, der drei Treffer erzielte.

- Mattersburger Abwehrkäse: Die Burgenländer sind immer wieder gut für hohe Heimniederlagen. Am Sonntag war es wieder einmal so weit. Gegen die Austria schlitterten die Mattersburger in eine klare 1:5-Niederlage. Die Defensivleistung der gesamten Mannschaft war nicht tauglich für eine höchste Spielklasse, die Wiener wurden zum Tore schießen richtiggehend eingeladen. Warum bei drückender Hitze so hoch verteidigt worden ist, bleibt ein Rätsel, noch dazu wo der völlig überforderte Abwehrchef Nedeljko Malic nicht gerade zu den Schnellsten seiner Zunft gehört. Das nützte Austrias Wirbelwind Christoph Monschein perfekt aus.

- Sturms Suderei: „Wir hätten besser spielen müssen. Wir haben uns in eine Situation gebracht, wo der Schiedsrichter das Spiel entscheiden durfte. Er hat gepfiffen, was er gesehen hat. Die Leute hier freuen sich. Der Anspruch gegen die Hartberger muss es sein, dass wir die Entscheidung auf dem Platz treffen und nicht ganz so doof nach einer Fehlentscheidung dastehen”, begründete Trainer Nestor El Maestro die 0:1-Niederlage in Hartberg im TV-Sender Sky. Die Szene, die zum entscheidenden Elfmeter geführt hatte, wollte er sich nicht noch einmal ansehen („Ich habe es eh live gesehen“). Als diese trotzdem vorgespielt wurde, meinte er: „Der Ball ist ja zehn Meter weit weg vom Stürmer.“ Von Regelkenntnis zeugt diese Aussage nicht. Die Entscheidung von Schiedsrichter Lechner war natürlich regelkonform.

- Admiras Verletzungspech: Mit Jonathan Scherzer, Christoph Schösswendter und Bjarne Thoelke fallen bei den Südstädtern seit Saisonbeginn drei Abwehrspieler wegen Verletzungen oder deren Nachwirkungen aus. Am Samstag erwischte es bei der 0:1-Niederlage gegen den LASK Nachwuchsteamspieler Emanuel Aiwu. Der 18-Jährige musste schon in der 24. Minute vom Platz getragen werden. Befürchtet wurde zunächst ein Kahnbeinbruch im Fuß. Nun gab es Entwarnung nach einer genaueren Untersuchung: Aiwu hat sich eine Kapselverletzung im Sprunggelenk zugezogen. Er fällt aber trotzdem vier bis sechs Wochen aus.