"Doppelter Rittberger"? Kühbauer gegen Adeyemi im Elfmeter-Duell

"Doppelter Rittberger"? Kühbauer gegen Adeyemi im Elfmeter-Duell
Der Rapid-Trainer glaubt beim Salzburg-Goalgetter an eine große Karriere, sieht ihn aber zu leicht abheben. Der Deutsche kontert.

Selten wurde in dieser Saison eine Entscheidung so unterschiedlich wahrgenommen wie der entscheidende Elfmeter-Pfiff vor dem 1:0 bei Salzburg - Rapid. Kevin Wimmer, der Karim Adeyemi am Hintern getroffen hatte, verstand die Fußball-Welt nicht mehr: „Das ist nie im Leben ein Elfer! Ich habe abgebremst, als ich ihn gesehen habe. Vielleicht war es ein minimaler Kontakt, aber Fußball ist ein Kontaktsport. So können wir gleich ganz aufhören zu spielen.“

Adeyemi erwiderte: „Er hat mich getroffen. Mehr muss ich  dann nicht sagen.“ Salzburg-Trainer Jaissle lobte den Stürmer nach vier herausgeholten Strafstößen in zwei Spielen: „Er kann sehr gut antizipieren und hat auch in dieser Szene geahnt, dass er hinkommen kann.“

"Doppelter Rittberger"? Kühbauer gegen Adeyemi im Elfmeter-Duell

Rapid-Trainer Didi Kühbauer versteht die Welt nicht mehr

Kühbauer kritisiert VAR

Didi Kühbauer war feurig: „Nach solchen Entscheidungen sollten wir den VAR einstellen und das Geld jemand geben, der es dringend braucht. Am besten spenden!“ Auf Sky meinte der Burgenländer: „Schiedsrichter Hameter hat’s wieder geschafft, ein Spiel für Salzburg zu entscheiden. Das ist Kindergarten.“

Zu Adeyemi meint der Rapid-Trainer: „Ein großartiger Spieler, der eine Riesenkarriere hinlegen wird. Aber so einen Abflug hat er nicht nötig. Das war ein doppelter Rittberger.“ Adeyemi kontert trocken: „Ich fahre nicht Schlittschuh, nur Ski.“ 

16 Punkte Rückstand

Schon vor dem 2:0 war klar, dass ein Punkt für die Hütteldorfer eine Überraschung gewesen wäre. Noch nie in der Bundesliga-Geschichte gab es für einen Rapid-Sieg (theoretisch) so viel zu gewinnen. Rund das Zehnfache boten die Buchmacher vor dem Spiel in Salzburg für einen Dreier in Grün.

Nachdem die Wettquoten nicht auf Bauchgefühl, sondern auf Statistiken beruhen, zeigt ein Blick auf die Zahlen tatsächlich, wie weit sich die Bullen von den Hütteldorfern entfernt haben.

5,6 Millionen für VIPs

Als plakatives Beispiel dient der gegen die Wiener bummvolle VIP-Klub: Um 5,6 Millionen wurde der schon davor feine und auch große Treffpunkt der Reichen und Schönen ausgebaut. So viel geben Underdogs der  Bundesliga  in einer gesamten Saison für den Sport aus.

Bei Rapid ist es rund die Hälfte der jährlichen Grundkosten für den Profi-Kader. 

Dementsprechend lesen sich auch die Ergebnisse gegen Rapid: Salzburg hatte schon vor dem Wiedersehen sieben von acht Duellen gewonnen und die Siege mit stets mehr als zwei Treffern gefeiert. Zehn direkte Duelle ohne Niederlage waren schon vor dem Anpfiff ein Rekord von Salzburg gegen Rapid.

Der Serienmeister setzte gegen den Rekordmeister mit dem 2:0-Heimsieg den Erfolgslauf fort  – nach acht Runden liegen die Hütteldorfer nun schon 16 Punkte hinter Salzburg.

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