Sport | Fußball
25.11.2018

Die Woche der Entscheidung für Rapid

Weichenstellung bei den Hütteldorfern gegen den LASK, bei der Hauptversammlung und im Europacup gegen Spartak.

Nach seinem jüngsten Besuch in Hütteldorf scherzte Oliver Glasner: „Wenn Rapid wieder in der Krise ist, ruft mich an und wir helfen.“ Heute wäre es wieder so weit: Rapid benötigt gegen den LASK (17 Uhr) dringend einen Heimsieg. Tatsächlich hält der Linzer Erfolgstrainer nach fünf Auswärtsspielen gegen Rapid bei ebenso vielen Niederlagen.

Um eine weitere folgen zu lassen, hat Didi Kühbauer das Rapid-Training an den LASK angepasst. „Wir haben genau analysiert, was der LASK gut macht und was nicht so gut“, sagt Thomas Murg.

Das Schlüsselspiel gegen den Zweiten läutet für Rapid eine Woche der Entscheidung ein. Ein KURIER-Überblick:

- Kampf um die Top 6 Egal, wie es gegen den LASK ausgeht, Rapid wird bis zur Winterpause (nach Runde 18) unter Dauerdruck stehen.

Rapid und Austria Einsatzbereit

„Es wird wohl bis Runde 22 knapp bleiben“, meint Michael Krammer. Der Präsident ist aber überzeugt, dass sich Rapid im Frühjahr schließlich für die neue Meistergruppe qualifizieren wird. Alles andere wäre peinlich und teuer. „Wir haben den Worst Case durchgerechnet. Das ist unsere kaufmännische Pflicht“, sagt Geschäftsführer Peschek.

- Punktpflicht in Moskau Nach den Erkenntnissen im November kündigt Kühbauer an: „Es wird rotiert werden.“ Am Donnerstag in Moskau aber wohl noch nicht: Gegen Spartak muss bei angekündigten minus neun Grad gepunktet werden, um dann gegen die Rangers um den Aufstieg zu spielen. Russlands Rekordmeister hatte den Aufstieg als Pflichtaufgabe eingeplant, steckt aber auch in der Krise: nur noch Rang zehn in der Liga.

Nach dem Rückflug aus Moskau wartet die Reise nach Innsbruck zum Spiel bei Wacker am 2. Dezember.

- Hauptversammlung mit Tief Die Stimmung wird am Montagabend angespannt sein. Besonders, wenn es gegen den LASK schiefgeht. Zumindest ein historischer Erfolg kann im Allianz Stadion den Mitgliedern verkündet werden: Das bitter vermisste Trainingszentrum wird gebaut.

Die Wahl fiel auf den Standort Prater: Neben den aktuellen Spielfeldern kommt (nur durch die U2 getrennt) das Areal um den Elektra-Platz hinzu. Mit ASK Elektra wird eine Kooperation begonnen und das Vereinsgebäude des Stadtligisten zum Schüler-Internat ausgebaut.

Die Investitionssumme beträgt 30 Millionen Euro, es gibt dafür einen Finanzierungsplan. Gebaut wird allerdings in Modulen, um auch mit einer kleineren Variante starten zu können.

- Krammers Entscheidung „Ich werde am Montag über meine Zukunft sprechen“, sagt der Präsident. Ob es bereits bei der Hauptversammlung eine fixe Ankündigung für eine dritte Amtszeit (von 2019 bis 2022) gibt, lässt der 58-Jährige offen. Spätestens zu Weihnachten wird sich Krammer erklären.

Sollte im Herbst 2019 Schluss sein, steht Rapid (neben einem langen Wahlkampf) ein großer Umbruch bevor.

- Bickels Zukunft Aktuell weiß wohl noch nicht einmal der Sportdirektor selbst, ob er das Angebot zur Vertragsverlängerung über den Sommer 2019 hinaus annimmt. Fix ist für den Schweizer nur, dass er mit Krammer weiterarbeiten will. Aber selbst wenn der Präsident nochmals antritt, könnte er in seine Heimat zurückkehren – Anfragen gibt es aufgrund der früheren Erfolge immer wieder.

„So will ich nicht weiterarbeiten“, kündigte Bickel im KURIER-Interview an und meint damit die dauernden sportlichen Rückschläge. Gut möglich, dass die Tendenz in der Tabelle bis Weihnachten entscheidet.