Deschamps-Abschied bei Frankreich: Was von seiner Ära bleibt und wer ihm nachfolgt
Wie soll man diese Offensive der Franzosen nur stoppen? Diese Frage stellten sich viele Fußballfans vor dem WM-Halbfinale von Frankreich gegen Spanien. Schließlich hatten Kylian Mbappe und Co. auf dem Weg ins Semifinale 16 Tore erzielt.
Nach WM-Aus gegen Spanien: Enttäuschung bei Frankreich „ist riesig“
Die Antwort lieferte der amtierende Europameister auf dem Platz: Mit einem verdienten 2:0-Erfolg zeigte Spanien der Equipe Tricolore ihre Grenzen auf. Von der Star-Offensive Frankreichs war kaum etwas zu sehen. „Wir waren nicht auf dem Niveau, ins Endspiel zu kommen“, resümierte Mbappe, der Superstar von Real Madrid.
Mbappe war enttäuscht nach dem WM-Aus.
Dabei hatten sich die Franzosen vor dem Turnier viel vorgenommen. Nach den Erfolgen 1998 und 2018 sollte der dritte WM-Titel folgen. Stattdessen platzte der große Traum im Halbfinale. „Die Enttäuschung ist riesig“, meinte Teamchef Didier Deschamps. Für den 57-Jährigen war es das vorletzte Spiel an der Seitenlinie. Bereits vor der Weltmeisterschaft hatte er angekündigt, seinen Vertrag nach dem Turnier nicht mehr verlängern zu wollen.
Ende einer Ära: Deschamps hört als Frankreichs Teamchef auf
Damit endet eine Ära. Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2012 führte Deschamps Frankreich zu vier WM- und drei EM-Endrunden. Der größte Erfolg war der WM-Triumph 2018. Gemessen an den hohen Ansprüchen und dem talentierten Kader mag das wenig erscheinen. Sein Vermächtnis schmälert das allerdings nicht. Vor seiner Übernahme galten Les Bleus lange als untrainierbar – hochveranlagte Einzelspieler, aber keine funktionierende Mannschaft. Deschamps änderte das. Er formte aus einer Ansammlung von Superstars ein stimmiges Team.
Unter seiner Führung erreichte Frankreich dreimal in Folge das WM-Halbfinale und stand zweimal im Endspiel. Auch bei der EM 2016 führte Deschamps sein Team bis ins Finale, welches dann verloren ging. Mit dem WM-Titel 2018 schrieb er endgültig Geschichte und schloss sich gleichzeitig einem exklusiven Kreis an: Neben Franz Beckenbauer und Mario Zagallo gewann Deschamps den WM-Titel sowohl als Spieler (1998) als auch als Trainer.
Deschamps: Gab „viele schöne Momente“
„Ich bin sehr stolz auf alles, was wir mit der Nationalmannschaft erreicht haben“, sagte Deschamps nach dem Halbfinal-Aus gegen Spanien. Er habe „viele schöne Momente erlebt“ in seiner Zeit als Teamchef. Sein Nachfolger steht Berichten zufolge bereits ante portas.
Nachfolger steht bereits ante portas
Zinedine Zidane soll Frankreich übernehmen. Der 54-Jährige ist seit 2021 ohne Trainerstation. Zuvor betreute er ausschließlich Real Madrid und gewann mit den Königlichen dreimal in Folge die Champions League. Der Weltmeister von 1998 soll das Nationalteam in eine neue Erfolgsära führen.
Zidane soll der neue Frankreich-Teamchef werden.
Zuvor gilt es allerdings, Deschamps im Spiel um Platz drei am Samstag (23 Uhr/live ServusTV) würdevoll zu verabschieden. „Weil er das verdient“, will Mbappe noch einmal für seinen Coach gewinnen. Mit seinem letzten WM-Spiel als französischer Nationaltrainer wird Deschamps zudem einen Rekord aufstellen: Es ist seine 26. Partie bei einer WM – kein Trainer stand bei einer Endrunde häufiger an der Seitenlinie.
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