Bayerns David Alaba und Leipzigs Konrad Laimer.

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Sport Fußball
08/16/2019

Deutscher Rekord: Österreichs Kicker gefragt wie noch nie

Noch nie waren so viele Österreicher in der deutschen Bundesliga unter Vertrag. Die meisten in Leipzig und Hoffenheim.

von Andreas Heidenreich, Günther Pavlovics, Christa Breineder

Und da waren es nur noch 32. Als vor einer Woche das Leihgeschäft zwischen Augsburg und Southampton bezüglich Kevin Danso fixiert wurde, verringerte sich die Zahl der Österreicher, die bei deutschen Erstliga-Vereinen unter Vertrag stehen.

Aber auch 32 Legionäre sind ein neuer Rekord. So viele Österreicher wie noch nie sind erstklassig. 11,2 Prozent der Gastarbeiter kommen aus Österreich. Auf Platz zwei in diesem Ranking sind die Franzosen mit 27 Spielern vor der Schweiz mit 17.

Vor drei Jahren waren Spieler aus der Schweiz noch die gefragtesten, gleich 25 spielten damals in der ersten Bundesliga, Österreich hatte im Sommer 2016 nur 21 Gastarbeiter beim Nachbarn.

Die deutsche Bundesliga interessiert sich immer weniger für Spieler aus Brasilien, nur noch zwölf sind derzeit unter Vertrag, letzte Saison waren es noch 17. Vor fünf Jahren waren sogar noch mehr Brasilianer (16) als Österreicher (14) bei den deutschen Topklubs gewesen.

Dortmund verweigert

Gleich zwei Klubs haben vier Österreicher in ihrem Profikader: Leipzig und Hoffenheim. Nur drei der 16 Vereine haben hingegen keinen Österreicher. Aufsteiger Paderborn setzte mit Sebastian Wimmer zuletzt einen Österreicher in Liga 3 ein. Hertha BSC Berlin hat im Sommer mit Valentino Lazaro den einzigen Österreicher im Kader an Inter Mailand verkauft. Und der dritte Klub ohne Österreicher wehrt sich schon seit Jahren gegen einen Nachbarn: Dortmunds letzter Österreich-Legionär war Wolfgang Feiersinger, der von 1996 bis 2000 im Ruhrpott gespielt hat.

In der zweiten Bundesliga ist der Anteil der Österreicher noch größer. Zwar spielen nur 23 Österreicher in der zweithöchsten Spielklasse, das sind aber 16,3 Prozent der Legionäre. Platz zwei nimmt in Liga zwei Schweden mit nur sechs Spielern ein.

Immerhin sieben Österreicher sind in der dritten Bundesliga unter Vertag. Das bedeutet auch in der niedrigsten Profiklasse Platz eins. Mit je sechs Legionären folgen die Türkei, Polen und Frankreich.

62 Österreicher es also in den drei Profiligen, das sind fast sechs Mannschaften. Die 32 in Deutschlands höchster Liga zeigen auch eine gewaltige Entwicklung. Vor elf Jahren, im EM-Jahr 2008, verdienten nur insgesamt 30 österreichische Profis ihr Geld im Ausland. Weltweit gesehen gibt es derzeit schon mehr als 100 Österreicher.

Es wird immer offensichtlicher, was Rudolf Edlinger vor bald sechs Jahren in seinem Abschiedsinterview als Rapid-Präsident im KURIER gesagt hat: „Man muss zur Kenntnis nehmen: Wir spielen in einer Ausbildungsliga. Jawohl, Rapid ist ein Ausbildungsverein. Auch wenn es Ikonen gibt, die das nicht hören wollen.“

Nachwuchs hofft

David Alaba ist mit 16 von der Wiener Austria zu den Bayern gekommen, wurde zum Stammspieler und ist derzeit der wertvollste österreichische Legionär weltweit. Aber die Liste, derer, die in der Jugend bei den Bayern waren und das jetzt nicht mehr sind, ist lang, allein in diesem Jahrtausend: Marco Friedl, Ivan Lucic, Patrick Puchegger, Ylli Sallahi, Oliver Markoutz, Toni Vastic, Kevin Friesenbichler, Marcel Holzmann, Deniz Mujic, Stefan Hager, Alessandro Schöpf, Dominik Burusic, Christian Derflinger, Christoph Knasmüllner und Daniel Sikorski.

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13 Österreicher stehen dazu außerdem derzeit in den Nachwuchsteams der deutschen Erstligaklubs. Was allerdings natürlich nicht immer heißen muss, dass das auch eine Karriere beim betreffenden Klub zur Folge hat. Bei Hoffenheim sind mit Stefan Posch und Christoph Baumgartner zwei Spieler im Kader, die schon im Nachwuchs dort waren. Und bei den Bayern hat es David Alaba vom Nachwuchs zu den Profis geschafft. In Deutschland ausgebildet wurden auch Philipp Mwene (einst Stuttgart, jetzt Mainz), Kevin Stöger (einst Stuttgart, jetzt Düsseldorf) und Alessandro Schöpf (einst Bayern, jetzt Schalke) und Marco Friedl (einst Bayern, jetzt Bremen).