Antreiber: Eindhoven-Legionär Bryan Ruiz gibt den Takt vor.

© REUTERS/JUAN CARLOS ULATE

WM-Serie, Teil 7
05/12/2014

Mit Pura Vida zur WM-Sensation

Costa Rica will bei der WM in Brasilien überraschen.

von Alexander Strecha

Es gibt leichtere Aufgaben für einen Außenseiter, als bei einer WM in einer Gruppe mit drei Weltmeistern anzutreten. Costa Rica bekommt es in Brasilien mit Italien, England und Uruguay zu tun und nimmt es – typisch für dieses Land – mit Leichtigkeit und Humor: Pura Vida! Nicht nur ein alltäglicher Gruß, sondern auch ein Lebensmotto.

Rolando Fonseca, als Rekordtorschütze praktisch der Toni Polster von Costa Rica, lebt den Optimismus vor. "Für mich ist Costa Rica Gruppenfavorit, auch wenn es komisch klingt." Warum? "Weil wir das Team sind, das am wenigsten beweisen muss. Wir können diese Fiesta des Fußballs so richtig genießen. Ohne den Druck, den die anderen haben. Die sind Weltmeister und haben einiges zu bestätigen."

Kollektive Stärke

Teamchef Jorge Pinto, 61, hat mit Paolo Wanchope und Luis Marin zwei erfahrene Ex-Internationale an seiner Seite. Wanchope, der 2006 in München beim Eröffnungsspiel (2:4) gleich doppelt gegen Deutschland traf, weiß: "Wir sind jung und talentiert. Im letzten Jahr haben wir uns im Bereich der taktischen Disziplin verbessert. Das wird auch wichtig sein, denn in unserer Gruppe haben wir Teams, die taktisch sehr gut sind. Italien und England wissen, wie man so ein Turnier spielen muss."

Das Achtelfinale wäre ein großer Erfolg für das Land, das wegen seiner Berge und seines (relativen) Wohlstands als "Schweiz Mittelamerikas" bezeichnet wird. "Wir wollen der Welt zeigen, dass wir auch guten Fußball spielen", sagt Wanchope. "Wichtig wird natürlich das erste Spiel gegen Uruguay sein." Costa Rica hat gute Individualisten in seinen Reihen, allen voran Eindhoven-Legionär Bryan Ruiz, Joel Campbell von Olympiakos Piräus oder Torhüter Keylor Navas, Klubkollege von Andreas Ivanschitz bei Levante. Er wurde schon als möglicher Courtois-Nachfolger bei Atlético Madrid gehandelt. Everton-Legionär Ovieda musste gestern wegen einer Verletzung für die WM absagen, ein harter Schlag.

Durchwachsen

Das Pinto-Team lebt von seiner kollektiven Stärke, wie Luis Marin bestätigt: "Deshalb sind wir überhaupt zur WM gekommen". Die Vorbereitung verlief durchwachsen: Im Jänner wurde man von Chile vorgeführt (0:4). Dem folgte vier Tage später ein enttäuschendes 0:1 gegen Südkorea in Los Angeles. Am 1. Juni testet man noch gegen Japan. Der Kolumbianer Pinto hat immerhin mit Costa Rica erreicht, was ihm als Teamchef seines Heimatlandes nicht gelang: die WM-Qualifikation.

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