In Paris waren Messi und Co. schon am Boden, nun soll die Revanche glücken.

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Fußball
03/08/2017

CL: Barca gibt die Hoffnung noch nicht auf

Barcelona braucht heute gegen Paris eine große Aufholjagd - und muss Historisches schaffen.

Vier Tore Rückstand konnte seit Bestehen der Champions League, also seit 25 Jahren, noch kein Verein aufholen. Der FC Barcelona hat zuletzt 5:0 und 6:1 gewonnen, aber das war in der Meisterschaft, und Celta de Vigo und Gijón haben bei allem Respekt nicht die Klasse von Paris SG. Barcelona hat das Hinspiel im Achtelfinale in Frankreich mit 0:4 verloren. In Barcelona ist seit einigen Tagen fast nur noch von der "remontada" die Rede, von der historischen "Aufholjagd".

Historische Spiele

Die letzte größere Aufholjagd liegt mehr als 30 Jahre zurück: Im April 1986 wurde IFK Göteborg im Halbfinale des Landesmeister-Wettbewerbs trotz eines 0:3 im Hinspiel im Elfmeterschießen aus dem Rennen geworfen. Einen Vier-Tore-Rückstand machte Barcelona aber noch nie wett. Im Frühjahr 2013 ergab sich der fünfmalige CL-Sieger nach einem 0:4 bei den Bayern auch im Rückspiel (0:3) nahezu kampflos. Zehn Jahre ist es her, dass der FC Barcelona schon so früh ausgeschieden ist. Damals warf Liverpool die Katalanen im Achtelfinale aus dem Bewerb.

"Wir werden viel riskieren. Ohne Zweifel", sagte Trainer Luis Enrique vor dem Rückspiel am Mittwoch. "Wenn eine Mannschaft wie PSG vier Tore machen kann, können wir auch sechs machen." So gut wie sicher ist, dass der Kapitän wieder an Bord sein wird, Iniesta ist wieder fit. Aber ansonsten wird viel gerätselt, wie man Paris überraschen könnte. Sicherlich nicht mit dem Fehlen von Lionel Messi, denn der hat in den letzten sechs Liga-Spielen stets getroffen und dabei acht Tore erzielt. Und die Champions League ist ohnehin seine Schießbude, zehn Tore hat er im Herbst erzielt, so viele wie kein anderer in dieser Saison.

Taktiker Emery mahnt zur Vorsicht

Zuletzt hatte Messi für Staunen gesorgt: Normalerweise jubelt er nach einem Tor, indem er mit beiden Fingern nach oben zeigt und in den Himmel schaut – im Andenken an seine Großmutter. Zuletzt aber hatte er einen Telefonanruf imitiert. Die Interpretation: Messi erinnerte die Klubbosse, dass er auf ihren Anruf warte. Um seinen bis 2018 laufenden Vertrag bis 2023 zu verlängern und um ihm dafür ein Jahresgehalt von 35 Millionen Euro pro Jahr anzubieten. Alles Quatsch, hatte Messi gemeint. Sein Neffe habe versucht, ihn den ganzen Tag zu erreichen, aber er habe nicht abgehoben. Mit dem Torjubel habe er seinem Neffen bloß sagen wollen, dass er ihn zurückrufen werde.

Aber bei Paris SG ist seit Sommer ein gewiefter Taktiker der Trainer, Unai Emery. Der Spanier ist in der baskischen Gemeinde Hondarribia aufgewachsen, nur durch die Mündung des Flusses Bidasoa von Frankreich getrennt. Und er kennt das Potenzial eines entfesselt spielenden Barca-Teams. "Das Hinspiel gibt uns ein gutes Gefühl, aber wir müssen vorsichtig sein."

Auch Dortmund läuft einem Rückstand nach

Eine weit weniger fordernde Aufholjagd erfolgreich gestalten will Dortmund. Auch ohne den verletzten Marco Reus gehen die Borussen gegen Benfica als Favoriten in die Partie. Rechtzeitig scheint der BVB seine Torgefährlichkeit wiedergefunden zu haben. Zwölf Treffer gelangen in den jüngsten drei Ligaspielen, alleine sechs gegen Leverkusen. "Man sieht, dass der Spirit in der Mannschaft wächst. Im Moment ist es eine tolle Entwicklung", schwärmte Trainer Thomas Tuchel.

Benfica baut auf Tore des am Niederrhein aufgewachsenen Kostas Mitroglou. Griechenlands Teamstürmer hat bei seinen jüngsten 17 Einsätzen in Summe 18 Treffer erzielt. Auch im Hinspiel jubelte der 28-Jährige. Auch dank Mitroglou hat Benfica sieben Pflichtspiele in Folge gewonnen und steuert in Portugal auf das Double zu.

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