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19.04.2017

CL: Barcelonas Hoffen auf das nächste Wunder

Barcelona muss heute gegen defensiv starke Juve-Spieler erneut ein Husarenstück schaffen.

Wunder, Teil zwei? Oder doch der endgültige Abschied? Barcelona ist heute gegen Juventus (20.45 Uhr, live ORFeins, Sky) erneut gefordert, ein Husarenstück abzuliefern. Gegen Paris Saint-Germain gab es nach einer 0:4-Auswärtsniederlage einen 6:1-Heimsieg. Die Fakten sprechen dennoch gegen einen Aufstieg der Katalanen ins Semifinale der Champions League.

Im Vorjahr schied Juventus mit 2:4 gegen die Bayern aus – nach 120 Minuten. Aber in 90 Minuten kassierte Juve seit fast zwei Jahren keine drei Treffer mehr. Das letzte Mal war gegen – Barcelona. Im Champions-League-Finale setzten sich die Spanier damals 3:1 durch. Ein Ergebnis, das heute auch nicht reichen würde. "Wir haben die ,Remontada‘ einmal gepackt, dann können wir das auch wieder tun", gibt Neymar die Hoffnung auf ein neues Wunder nicht auf.

Ein ganz besonderes Spiel wird der Königsklassen-Knaller für den fünfmaligen Weltfußballer Messi. Der Argentinier kommt derzeit auf 498 Tore in 575 Pflichtspielen für Barcelona – und könnte mit einem Doppelpack die 500-Tore-Marke knacken. Doch selbst zwei Treffer des Argentiniers würde den Katalanen nicht reichen, um ins Halbfinale einzuziehen.

Messi-Nachfolger?

Einer, der bereits als neuer Messi gehandelt wird, steht heute auf der anderen Seite: Paulo Dybala, ein Landsmann Messis, wurde nach einer Knöchelverletzung rechtzeitig fit und verspricht, "100 Prozent gegen Barcelona zu geben". Vergleiche mit dem Superstar lehnt er aber ab: "Ich kann zwar die Erwartungen der Argentinier an mich verstehen, aber ich will weder der neue Messi noch der künftige Messi sein. Messi gibt es nur einmal, genau wie Maradona."

Im Hinspiel vor einer Woche zerlegte der 23-Jährige Barcelona praktisch im Alleingang. "Er verdient all die Anerkennung dafür, wie er sich entwickelt hat", sagte Juve-Trainer Massimiliano Allegri, angesprochen auf die Vertragsverlängerung Dybalas bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Pescara am Sonntag. "Er und Neymar können die Weltstars der Zukunft werden", ist sich der Italiener sicher.

Letzte Chance

Coach Luis Enrique hatte bereits am Wochenende betont, dass seine Mannschaft alles geben wird, um doch noch ins Halbfinale einzuziehen. Ein Ausscheiden würde vermutlich das Ende aller Hoffnungen auf einen wichtigen Titel in dieser Saison bedeuten. Denn auch in der Primera División hinkt das Team Rekordmeister Real Madrid seit Wochen mit drei Punkten Rückstand hinterher. "Wir könnten gegen Juventus auch acht Stürmer auf den Platz schicken, ein Risiko wäre das nicht, wir haben absolut nichts mehr zu verlieren."

Freilich, sein Gegenüber Allegri setzt auch heute auf seine Defensivkünstler, um den Polster ins Semifinale zu bringen."Es ist keine Schande, gut zu verteidigen. Tatsächlich ist es so schön wie ein guter Angriffszug", sagt Juve-Coach Massimiliano Allegri. "Wer eine Show will, soll in den Zirkus gehen."

Defensivkünstler

Zirkus hin, Zirkus her: zwei Gegentore in bislang neun Auftritten in der aktuellen Champions-League-Saison, 20 in 32 Runden der Serie A – Italiens Serienmeister und aktueller Tabellenführer ist in der Defensive eine Klasse für sich. Von den Champions-League-Viertelfinalisten ist da nur Atlético Madrid besser: mit nur zwei Gegentoren in der Eliteliga und 24 in 32 Primera-División-Partien.