Nur Leverkusen musste bisher eine Niederlage verkraften.

© APA/EPA/Federico Gambarini

Champions League
11/04/2014

Deutsche Dominanz in der Königsklasse

Die Mannschaften aus der Bundesliga sind in der Champions League das Maß aller Dinge.

von Christoph Geiler

Dafür, dass Joachim Löw der deutschen Fußballbundesliga vor Kurzem noch ein ziemlich schlechtes Zeugnis ausgestellt hat, steht der deutsche Vereinsfußball im internationalen Vergleich derzeit ziemlich gut da.

"Wir sind schon ein Stück hinterher, das muss man so deutlich sagen. Das spricht jetzt nicht für die Bundesliga."

So war es noch vor dreieinhalb Jahren aus dem berufenen Munde des deutschen Bundestrainers zu hören. Damals, im Frühjahr 2011, hatte sich gerade noch ein Team aus der Bundesliga für das Europacup-Viertelfinale qualifiziert und Löw sah den Traum vom WM-Titel platzen. "Ich sehe bei manchen Klubs keine Entwicklung."

Vorreiter

Heute klingen die mahnenden Worte des Bundestrainers wie Klagen aus einer anderen Zeit. Das vermeintliche fußballerische Entwicklungsland Deutschland ist zum Vorreiter geworden, die von Löw so gescholtene Bundesliga gilt als Musterbeispiel dafür, dass der Doppelpass zwischen sportlichem Erfolg und wirtschaftlicher Stabilität funktionieren kann.

In der aktuellen Champions League ging es jedenfalls gleich einmal so weiter, wie die Weltmeisterschaft in Brasilien aufgehört hat – mit einer deutschen Dominanz. Die Klubs aus dem Land des Weltmeisters sind zur Halbzeit der Gruppenphase das Maß aller Dinge und es wäre keine große Sensation, würde allen vier Vertretern der Aufstieg in die K.-o.-Phase gelingen. Die Bayern und Dortmund führen ohne Punkteverlust ihre Gruppen an und können bereits an diesem Spieltag vorzeitig das Ticket für das Achtelfinale lösen, Bayer Leverkusen und Schalke 04 haben sich auch schon eine gute Ausgangsposition für das Weiterkommen geschaffen.

Beeindruckende 29 von 36 möglichen Punkten hat das deutsche Quartett schon gesammelt, die Teams aus der Bundesliga, die es zusammen bei zwölf Partien nur auf eine Niederlage (Leverkusen in Monaco) bringen, spielen damit in der Champions League in einer eigenen Liga. Zum Vergleich: die vier Mannschaften aus der englischen Premier League haben es bisher nur auf 18 Punkte gebracht, die spanischen Vereine, die in der vergangenen Saison immerhin die beiden Finalisten stellten, haben zusammen auch erst 22 Zähler. "Die Bundesliga ist wirtschaftlich und finanziell die Nummer eins in Europa", sagt auch Ottmar Hitzfeld, der mit Dortmund und Bayern die Champions League gewann.

Zuschauerkrösus

Längst hat die Bundesliga der Premier League und der spanischen Primera Division den Rang abgelaufen, von der italienischen Serie A ganz zu schweigen. Nirgendwo sonst in Europa sind die Stadien voller (43500 Zuschauerschnitt pro Spiel) und die Vereine wirtschaftlich solider. Laut einer aktuellen Studie erwirtschaften 65 Prozent der Klubs der ersten und zweiten deutschen Bundesliga einen Gewinn.

Angesichts dieser Zahlen muss der Konkurrenz eigentlich angst und bang werden. Genauso wie beim Blick auf die Bundesligatabelle. Wenn der Vorletzte (Dortmund) in der Champions League schon so groß aufspielt, wie stark muss dann erst der Tabellenführer sein?

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