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Sport Fußball
07/01/2012

Casillas' 100. Sieg für Spanien

"San Iker" krönt sich mit einem Jubiläumssieg zum zweifachen Europameister.

Iker Casillas hat in den vergangenen Jahren mehrmals das Ende der spanischen Dominanz im internationalen Fußball verhindert. Der 31-jährige Tormann wird in seiner Heimat zwar bereits als "Heiliger" gepriesen, doch "San Iker" ist ein Retter ohne Allüren. Daran wird sich auch nach dem erneuten EM-Triumph am Sonntagabend in Kiew nichts ändern, an dem Casillas mit einigen Glanzparaden gegen die Italiener wieder maßgeblichen Anteil hatte und damit seinen 100. Sieg im Nationaltrikot feierte.

   Ohne den 1,85 m großen Real-Schlussmann würde die Fußballwelt anders aussehen. Mehrmals war der Madrilene das Zünglein an der Waage, derjenige, der überhaupt dafür sorgte, dass man vom spanischen Kurzpassspiel, dem mittlerweile weltberühmten "tiqui-taca", sprach. Im EM-Viertelfinale 2008 in Wien gegen Italien, als die spanische Dominanz ihren Anfang fand, hielt Casillas im Elferschießen zwei italienische Versuche. Auch im WM-Viertelfinale 2010 gegen Paraguay und am Mittwoch im EM-Halbfinale gegen Portugal wehrte er entscheidende Penaltys ab. Dazu kommen noch die Paraden im WM-Finale 2010 gegen den Niederländer Arjen Robben.

   Casillas ist aufgrund seiner beeindruckenden Erfolgsquote jener Spieler, auf den man hofft, wenn es eng wird. In den 137 Länderspielen, die er bisher bestritten hat, spielte er 79-mal zu null. Das ist genauso ein Rekord wie die 100 Siege, die er im Trikot der Spanier bisher gefeiert hat. In den jüngsten drei Turnieren - EM 2008, WM 2010 und EM 2012 - musste er sich nur insgesamt sechsmal geschlagen geben. In der K.o.-Phase ist er seit dem WM-Achtelfinale 2006 (1:3 gegen Frankreich) bzw. 990 Minuten ohne Gegentor. Sein letzter Bezwinger war damals sein damaliger Real Madrid-Clubkollege, Frankreichs Fußball-Ikone Zinedine Zidane.

Lobeshymnen

"Ich habe das Glück, in einer überragenden Mannschaft zu spielen", lautet Casillas` Standardsatz, um Lobeshymnen auf seine Person abzuwehren. Dass er trotz seiner Bescheidenheit Eingang in Klatschspalten von Zeitungen und Illustrierten gefunden hat, liegt an seiner Verlobten Sara Carbonero. Die auch schon von einem Männermagazin als schönste Sportjournalistin der Welt gekürte 28-Jährige und Casillas entzückten Spanien, als er sie nach dem gewonnen WM-Finale in Johannesburg vor laufender Kamera küsste.

   Ganz speziell verehrt wird Casillas in seiner Heimatstadt Mostoles, wo eine Straße nach ihm benannt ist. Dort, wo die "Avenida de Iker Casillas" beginnt, steht auf einem Stein ein Zitat des Welttorhüters der vergangenen vier Jahre, eines, das ihn perfekt charakterisiert: "Ich bin kein Galaktischer, ich bin aus Mostoles." Das sagte er vor rund zehn Jahren, als die Profis von Real Madrid nach ihrem bisher letzten Champions-League-Triumph noch die "Galaktischen" genannt wurden.

   Auch heute kann Casillas die Erfolge noch einordnen. So gab er während der EURO in Polen und der Ukraine auf dem Weg zur historischen Titelverteidigung folgenden Satz zu Protokoll: "Der Fußball ist in der momentanen Wirtschaftskrise, in der sich Spanien befindet, ein Ort, wo die Leute alles ein wenig vergessen können, eine Art Oase." Und San Iker ist deren heiliger Wächter.


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