Vor Endspiel in Klagenfurt: Mit welcher Statistik Rapid verblüfft

Ein Fußballspieler von Rapid Wien gestikuliert während eines Spiels.
Ein Punkt fehlt für das Erreichen der Meistergruppe. Warum die Hütteldorfer gegen Klagenfurt nichts zulassen dürfen.

Nach acht „gefühlten Endspielen“ in seinen bislang acht Pflichtspielen wartet auf Robert Klauß in Klagenfurt tatsächlich eines. Dass es für den neuen Rapid-Trainer mit einem starken Punkteschnitt von 2,13 Zählern pro Partie überhaupt so weit kommt, liegt – neben dem enttäuschenden Herbst – an einem statistischen Ausreißer: Bislang reichten stets 30 Punkte, um in die Meistergruppe einzuziehen. Rapid hält bei 32 Zählern, erst mit 33 wären heuer die Top 6 fixiert.

Genau dieser eine Punkt durch ein Remis würde auch Klagenfurt reichen. „Ich habe noch nie gesagt: Heute spielen wir auf einen Punkt – dabei bleibt es“, betont Klauß.

Und noch eine Statistik ist vor der Nervenprobe verblüffend: Rapid spielt (nach wie vor) die meisten Großchancen der Liga heraus, vergibt aber auch die meisten. Laut Expected Points (also den am wahrscheinlichsten erwartbaren Punkten) würden die Hütteldorfer mit Salzburg um Platz eins rittern.

Auf der anderen Seite Klagenfurt – so effizient wie zu den besten Stürmerzeiten von Trainer Peter Pacult. Laut Expected Points wären die Kärntner nur Achter und schon raus aus dem Rennen um die Top 6. „Wir wissen, dass wir es mit einem abgeklärten Gegner zu tun haben. Also muss das Ziel sein, noch weniger zuzulassen“, fordert Klauß trotz der fünf Sperren von seiner Rumpf-Elf.

Die Gesperrten werden als moralische Unterstützung mit dabei sein. „Natürlich fehlen mit Burgstaller und Grüll unsere Topscorer, aber wir bekommen mit den Alternativen neue Waffen“, glaubt Klauß auch an Mayulu und Jansson.

Auch Pacult muss auf den Topscorer verzichten, Karweina ist verletzt. Zuletzt bildete Schwarz (Siegestor beim 3:2 in Wien) mit dem Ex-Rapidler Binder, der nach zwei schweren Verletzungen in Fahrt kommt, das Sturmduo. Rapid-Leihgabe Schwarz war übrigens Klassenkollege von Gegenspieler Querfeld.

Pacult hätte sich lieber „ein normaleres Match“ gewünscht. Aus drei Gründen:

 1.) Durch eine Niederlage könnte auf den letzten Metern die Meistergruppe verspielt werden – mit insgesamt nur fünf Pleiten in 22 Runden.

2.) Bei einem Remis würde der Ex-Austrianer vor allem aus dem violetten Lager „Gijon“-Vorwürfe zu hören bekommen.

3.) Und das wäre noch am leichtesten zu verkraften: Nach einem Sieg wäre es für längere Zeit wieder vorbei mit den freundlichen Fan-Empfängen in Hütteldorf, über die sich Pacult nach mehreren angespannten Jahren mit der Rapid-Fanszene herzlich gefreut hatte.

Übrigens: Nach der inferioren Schiedsrichter-Leistung von Hameter gegen Lustenau wird mit Ebner der Beste nach Klagenfurt geschickt.

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