Nächste Pleite für Sturm Graz

Kopie von FUSSBALL: TIPP3-BUNDESLIGA / SC WR. NEUSTADT - SK
Foto: APA/HERBERT P. OCZERET

Nach einer katastrophalen ersten Hälfte verlieren die Steirer 1:2 in Wr. Neustadt.

Letzte Chance. Kämpft für Sturm!“ Nein, zum Platz-Sturm kam es nicht. Die rund 300 mitgereisten Fans beschimpften nach der 1:2-Niederlage in Wr. Neustadt nur die eigenen Spieler, die am Samstag wohl lieber den Musikantenstadl, der ebenfalls in Wr. Neustadt gastierte, besucht hätten.

Schon nach sechs Minuten hatten die Sturm-Anhänger Grund zum Ärgern. Ausgerechnet Herbert Rauter, der bei Sturm alle Ersatzbänke durchprobiert hatte, legte den Steirern ein Ei ins Netz. Dem ging ein völlig verunglückter Rückpass von Dudic voraus, der aufgrund seiner physischen Verfassung nur mehr selten spielt.
Dann ging es drunter und vor allem drüber. Schloffer jagte den Ball über das Tor.

Die Grazer waren zumindest nun munter. Sturm drängte, kombinierte phasenweise gefällig. In der Regionalliga hätten die Grazer damit vielleicht sogar Erfolg gehabt. Getroffen hat aber der Wr. Neustädter Kristijan Dobras, der Tormann Gratzei überraschte. War Gratzei eigentlich an der Bezeichnung „Steirer-Tor“ beteiligt?

Hoffnung kam auf, als unmittelbar nach der Pause Daniel Beichler verkürzte. Drang von Sturm. Nach teilweise netten Kombinationen gab es auch Chancen wie durch Beichler und Kainz. Den Matchball vergab aber Schöpf. Das Bemühen konnte man den Gästen nicht absprechen, bester Steirer in Wr. Neustadt war am Samstag aber wohl Volksrocker Andreas Gabalier.

Über den wird man sich bei Sturm nicht die Köpfe zerbrechen, wohl aber über den Untergang des Meisters von 2011. Im Mittelpunkt Trainer Darko Milanic. Fakt ist: Unter Foda und Hyballa präsentierte sich Sturm nie über längere Phasen so schlecht. Markus Schopp steht bereit. Mit ihm hat Sturm im Vorjahr in sechs Spielen zumindest einmal gewonnen (Achtung Ironie; Anm.).

Lange Zeit mussten die Rapidler in Innsbruck einem Rückstand hinterherlaufen. Auch deshalb, weil eine Vielzahl an Torchancen - teils fahrlässig - liegengelassen wurde. Die Tiroler waren in Minute 18 durch Lukas Hinterseer in Führung gegangen. Marcel Sabitzer zählte zu den auffälligsten Spielern in den Reihen der Hütteldorfer. Er war es auch, der Deni Alar in Minute 88 mustergültig bediente. Der Wiedergenesene köpfelte zum späten Ausgleich ein. Zum Lachen war Rapid-Coach Barisic dennoch nicht zumute. Der WAC konnte die Admira am Samstag nur in einzelnen Duellen zu Fall bringen. Nach 62 Minuten sah es nach einer klaren Sache für die Admira aus. Schicker, Domoraud und Sulimani hatten die Südstädter mit 3:0 in Führung geschossen. Doch die Wolfsberger machten die Partie in der heimischen Lavanttal-Arena noch einmal spannend. Falk und Hüttenbrenner trafen. Am Ende jubelten aber dennoch die Niederösterreicher, die keinen weiteren Gegentreffer mehr zugelassen hatten. Beim Spiel Dritter gegen Zweiter jubelte Philipp Hosiner als Erster. Der Austria-Stürmer schlenzte den Ball nach schwerem Schnitzer der Grödiger ins lange Eck. Die Salzburger wehrten sich zwar nach Kräften, ... ... spätestens nach dem 2:0 durch Alexander Gorgon eine Viertelstunde vor dem Ende war der Sack aber zu. Auch wenn sich Ried gegen den überlegenen Tabellenführer nicht schlecht verkaufte, sahen die rund 7000 Zuschauer in Oberösterreich kein Duell auf Augenhöhe. Mann des Spiels war wieder einmal Jonatan Soriano, dem zwei absolute Traumtore gelangen. Der dritte Bullen-Treffer ging auf das Konto von Flügelflitzer Sadio Mane. Der Jubel nimmt kein Ende, schon nächsten Sonntag könnten die Salzburger den Titel fixieren. Von Jubel wird in Graz höchstens geträumt. Gegen Wiener Neustadt lag Sturm früh in Rückstand. Rauter hatte Dudics Geschenk dankend angenommen. Dobras traf per Freistoß zum 2:0, diesmal sah Sturm-Torhüter Gratzei nicht ganz so gut aus. Beichlers Anschlusstreffer war zu wenig, Sturm kassierte die nächste Pleite.
26. Runde

Ergebnis und Tabelle

SC Wr. Neustadt - SK Sturm Graz 2:1 (2:0)

Wr. Neustadt, 4.600, SR Dintar.


Tore: 1:0 ( 6.) Rauter
      2:0 (14.) Dobras (Freistoß)
      2:1 (47.) Beichler
 

Wr. Neustadt: Vollnhofer - Pollhammer, Mimm, Mally, Stangl - Freitag (63. Hlinka), Säumel - Dobras, M. Koch (67. Schöpf), Rauter - Fröschl (79. Pichlmann)

Sturm: Gratzei - Todorovski, Dudic, Vujadinovic, Klem - Schloffer (46. Schmerböck), Offenbacher (71. M. Weber), Hadzic, F. Kainz - Beric (46. Djuricin), Beichler

Gelb-Rot: Klem (86./Foul)

Gelbe Karten: Freitag, Säumel bzw. Offenbacher, Weber

Tabelle

Reaktionen

Pfeifenberger: "Es ist ein positiver Geist in der Mannschaft"

Heimo Pfeifenberger (Trainer Wr. Neustadt): "Ich bin sehr glücklich über den Erfolg gegen einen phasenweise stark spielenden Gegner. In der ersten Hälfte waren wir sehr effizient, haben gleich die erste Chance genützt und dann per Freistoß erhöht. Als Sturm nach der Pause stark wurde, haben wir dagegen gehalten und gefightet und die schwierige Situation überstanden. Es ist ein positiver Geist in der Mannschaft, aber wir müssen auf dem Boden bleiben und gut weiterarbeiten."

Darko Milanic (Trainer Sturm Graz): "Mit so einem Fehler dem Gegner nach wenigen Minuten die Führung zu geben, ist für eine Mannschaft, die alles andere als Erfolgserlebnisse hat, besonders bitter. Es tut besonders weh, dass uns solche Fehler in dieser Phase passieren. Ich hatte trotzdem das Gefühl, wir können es noch schaffen. Wir hätten uns heute mehr verdient, die Mannschaft hat jedenfalls alles versucht."

(KURIER, APA) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?