Austria Wien, Niko Kovac

© Alexander Strecha

Austria-Trainersuche
06/13/2013

Austria verhandelt mit Niko Kovac

Der kroatische U21-Teamchef war am Donnerstag in Wien.

von Alexander Strecha

Die Post-Stöger-Ära hat bei der Austria begonnen. Während der Meistermacher am Donnerstag um 15.30 Uhr von Schwechat aus zu seinem neuen Arbeitgeber nach Köln abhob, führte die Austria-Spitze schon ein intensives, fast zweistündiges Gespräch mit einem möglichen Nachfolger: Niko Kovac.

Der Kroate fuhr am Donnerstag in seinem Audi mit Münchner Kennzeichen in der Generali-Arena vor und ließ sich von AG-Vorstand Thomas Parits mittels Mobiltelefon den Weg zur Südtribüne beschreiben. Es folgte ein erstes verbales Abtasten, danach wurde Kovac in die naheliegende Austria-Akademie in der Laaerberg-Straße gebracht, um sich von der Infrastruktur des Vereins ein Bild machen zu können.

Kovac zählt zum engeren Kandidatenkreis als Stöger-Nachfolger, ebenso wie Ralph Hasenhüttl, der eine Austria-Vergangenheit und durchaus beachtliche Erfolge als Trainer in Deutschland vorweisen kann.

Thomas Parits zeigte sich nach dem Erstgespräch mit Kovac noch zurückhaltend. Bewusst: „Es kann durchaus ein weiteres Gespräch folgen. Auch mit einem anderen Kandidaten.“ Von Kovac zeigte sich der AG-Vorstand angetan, er hob das gute Gesprächsklima hervor. Atmosphärisch wie inhaltlich dürfte man sich somit gut verständigt haben.

Heiße Aktie

Parits betonte, dass man bei der Trainersuche keine allzu große Eile hätte, bis Mitte nächster Woche möchte man den Nachfolger von Peter Stöger präsentieren. Bis dahin soll Manfred Schmid, der in dieser Woche noch in Italien urlaubte, das Training leiten. Jener Schmid, der allerdings auch noch Stöger nach Köln folgen könnte, zumal ihm die Austria den Cheftrainer-Posten zu seiner Enttäuschung nicht zutraut.

„Der Manfred ist enorm wichtig, er kennt die Mannschaft perfekt. Wir wollen ihn unbedingt halten“, versicherte Parits erneut.

Erfahrung

Für Kovac als neuen Cheftrainer in Violett spricht sein Lebenslauf als Fußballer, der das Geschäft bei Bayern München kennengelernt hat. Später spielte Kovac bei Red Bull Salzburg, war danach Co-Trainer von Ricardo Moniz. Aus Spielerkreisen hört man jedenfalls nur Gutes über Kovac. Er soll nicht nur über Fachwissen, sondern auch über einen guten Draht zu den Spielern verfügen – Eigenschaften, mit denen Peter Stöger die Austria zum Titel führte. Eigenschaften, wie sie die Austria beim künftigen Mann auch sucht, um den eingeschlagenen Weg fortzuführen.

Kovac betreut aktuell das U-21-Team Kroatiens, sein Ziel als Trainer ist und bleibt aber Deutschland, vor allem seine Lieblingsklubs Hamburg, Leverkusen, Bayern oder Hertha BSC Berlin. Die Austria genießt in Deutschland jedenfalls einen guten Namen, gilt als Sprungbrett für Spieler und jetzt auch Trainer ins Ausland.

Thomas Parits sagt mit einem Schmunzeln: „Das ist einerseits schön, auf der anderen Seite hätte ich die Trainer schon gerne länger als je nur eine Saison.“

Ein Berliner Junge

Fußball-Reisender

Niko Kovac (41) wuchs als Sohn kroatischer Eltern mit seinem Bruder Robert in Berlin auf.

Stationen als Spieler

Hertha BSC (1991–1996), Leverkusen (1996–1999), HSV (1999–2001), Bayern München (2001–2003), Hertha BSC Berlin (2003–2006), Salzburg (2006–2009). Kovac spielte 83-mal für Kroatien (14 Tore) und war ’02 und ’06 bei der WM.

Stationen als Trainer

Red Bull Juniors (2009–2011), Salzburg (Co-Trainer, 2011/’12), Kroatien U-21-Team (seit 2013).

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