Infusionen für Derby-Sieger Dragovic, multiple Krise bei Rapid

Austria-Abwehrchef Dragovic war vor dem 2:0-Sieg im Derby krank. Für einen Rapidler ist die Saison vorbei - ist der Tiefpunkt bereits erreicht?
StarkerAbwehrchef: Dragovic war nicht ganz fit, spielte aber hervorragend.

Die Austria durfte jubeln und genießen. Der Derby-Sieg streichelte das violette Gemüt, wenngleich die Ausschreitungen auch die Veilchen schwer irritierten. Der sportliche Lauf wurde jedenfalls fortgesetzt, dem 2:0 in Salzburg folgte ein 2:0 gegen Rapid.

Die Violetten liegen schon auf Rang drei, nur einen Punkt hinter Salzburg und LASK.

Bei der Austria war einmal mehr Routinier Aleksandar Dragovic der personifizierte Derby-Wille.

Der Abwehrchef lag noch am Mittwoch mit 40 Grad Fieber im Bett, konnte in der restlichen Woche nicht trainieren und erhielt Infusionen. Am Sonntag spielte er ein hervorragendes Derby.

Trainer Stephan Helm sieht den Schlüssel des derzeitigen violetten Erfolgs im Zusammenhalt. „Einer kämpft für den anderen. Wir haben in der Vergangenheit viel investiert, um in solchen Spielen zu bestehen.“

Allerdings, so erhebt er warnend den Zeigefinger, solle man im Höhenflug auf dem Boden bleiben, vor allem auch im Gemüt bescheiden. Den Blick richtet er bewusst nicht auf die Top 6.

„Es geht immer um die Entwicklung und den Fokus auf die Leistung.“ Stimmt sie, stimmt das Resultat. Helm spricht von A-Product und B-Product. Kommenden Samstag gastieren die Austrianer in Altach.

Neuer Tiefpunkt in Grün

Das Derby war erneut ein Sinnbild dafür, wie schnell es im Fußball geht. Vor fünf Monaten lag Rapid fünf Punkte vor dem Zweiten und wollte im letzten Heimderby ohne Auswärtsfans die Austria frühzeitig abschütteln. Das 1:3 in Hütteldorf war damals ein Knackpunkt, das 0:2 in Favoriten nun der neue Tiefpunkt.

Es muss aber noch nicht der endgültige gewesen sein. Neben einer verunsicherten Mannschaft, die nach zwölf Pflichtspielen ohne Sieg allzu leicht vom Matchplan abzubringen ist, kommt nun ein Konflikt mit der organisieren Fanszene. Vom Verein gibt es kein Verständnis für die neuerliche Eskalation im Derby-Finish.

Wie wird der (auch mit internen Problemen beschäftigte) Block West im vorentscheidenden Heimspiel gegen den WAC am Samstag reagieren? Ist es nun auch während der Spiele mit der organisierten Unterstützung vorbei?

Fest steht, dass die Saison für Martin Ndzie vorbei ist. Der 23-Jährige verletzte sich ohne Foul schwer am Meniskus und wurde bereits operiert. Bei optimalem Heilungsverlauf könnte der defensive Mittelfeldspieler im Sommer wieder ins Training einsteigen.

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