15 Monate Derby-Arbeit umsonst: Rapid verzichtet künftig auf Auswärtsfans
Eklat beim Derby durch Rapid-"Fans"
So einig waren sich die betroffenen Vereine und die Bundesliga in Derby-Angelegenheiten noch selten.
Sowohl Vertreter der Austria, wie von Rapid und auch der Liga haben dem KURIER bestätigt, dass knapp eineinhalb Jahre lang mit viel Aufwand für neue Derby-Lösungen gearbeitet wurde und ernsthaftes Bemühen von allen Seiten in vielen Stunden mit Sitzungen und Konferenzen zu spüren war.
Einige der Neuerungen haben auch gefruchtet, wie die verstärkten Fangnetze und Zäune, die in beiden Stadien installiert wurden.
Doch das Entscheidende bleibt übrig: Wieder wurde das Derby von einem Skandal überschattet, diesmal eindeutig von Rapid-"Fans" verursacht.
Erste Maßnahme
Der Verein reagiert Montagvormittag mit einer ersten Maßnahme: Rapid wird künftig keine Auswärtsfans zum Derby lassen, keine Karten anfordern und den Auswärtssektor in Favoriten bewusst frei lassen.
Dazu heißt es: "Der SK Rapid möchte nachdrücklich feststellen: Bei allem Verständnis für den Frust und die Enttäuschung über die sportliche Negativserie, deren rasche Beendigung das erste Ziel aller Grün-Weißen ist, ist es nicht akzeptabel, dass sich dies in gefährlichen Aktionen wie dem Abfeuern von Böllern oder Leuchtraketen entlädt."
Die Hütteldorfer werden "eng mit den Behörden zusammenarbeiten und selbstverständlich jede Unterstützung leisten, um zur Identifizierung jener Personen, die Böller oder Leuchtraketen abgefeuert haben, beizutragen. Diese erwartet dann vom Verein jene Konsequenzen, die diesem möglich sind, sprich Hausverbote und gegebenenfalls der Entzug von Vereinsmitgliedschaften."
Rapid-Fans sorgten für Ausschreitungen
Als Sofortmaßnahme gilt: "Der SK Rapid wird bei Auswärtsderbys bis auf Weiteres davon Abstand nehmen, das Kartenkontingent für den Gästesektor abzurufen."
Präsident Alexander Wrabetz sagt dazu: „Wir bedauern diese Vorfälle und distanzieren uns in aller Deutlichkeit davon. Durch das gestrige Fehlverhalten von einer kleinen Minderheit der Anhängerschaft wird dem SK Rapid in einer ohnehin sehr schwierigen Situation zusätzlich geschadet und wir appellieren an alle Rapidlerinnen und Rapidler zum Zusammenhalt. Nur gemeinsam wird es möglich sein, den aktuellen sportlichen Negativlauf zu stoppen und in eine positive Zukunft zu gehen.“
Der Dialog mit den Fanvertretern soll jedenfalls aufrecht bleiben.
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