Derby-Eklat: Warum diese Unterbrechung Rapid lange verfolgen wird
Rapid-Fans sorgten für Ausschreitungen
Die Probleme von Rapid werden mehr und mehr.
Nach zwölf Pflichtspielen ohne Sieg – einer einzigartigen Serie in der Vereinsgeschichte – schaut es gleich auf mehreren Fronten schlimm aus.
Das 0:2 im Derby und die Begleiterscheinung im 348. Duell mit der Austria waren ein Turbo für die ohnehin tiefe Krise.
Top-6 weg
Rapid ist Siebenter und könnte noch sieben Punkte für die Meistergruppe brauchen – mit der aktuellen Form ist das in den ausstehenden Spielen gegen WAC und Salzburg zu Hause, so wie dazwischen in Altach, nur schwer vorstellbar.
„Im Training schaut es ganz anders, nämlich sehr gut, aus“, rätselt Routinier Weimann.
„Mir hat vor allem der Mut gefehlt. Es wäre genug Platz für uns da gewesen“, hadert Trainer Johannes Hoff Thorup, der auch die Defensivarbeit kritisiert: „Beim 0:2 hatten wir eine große Chance und im Gegenstoß mehrmals die Möglichkeit, die Austria zu stoppen.“
Ndzie-Verletzung
Hoff Thorup war zufrieden, wie der Sechser Martin Ndzie körperliche Schwächen aus dem Herbst mehr und mehr ablegte, doch im Derby musste der 2,5-Millionen-Einkauf nach nur 20 Minuten, ohne Foul, raus.
Der Abtransport erfolgte per Trage.
Eine schwerere Verletzung ist beim 23-Jährigen zu befürchten. „Es ist das Knie, es schaut schlecht aus“ sagt Hoff Thorup vor dem MRT.
Ausschreitungen
In der 89. Minute kam es zum kollektiven Auszucker. Viele Leuchtraketen wurden Richtung Feld und sogar auf die Nebentribüne geworfen.
Zusätzlich gab es Böller aus dem mit 1.600 Rapidlern erstmals nach vier Derbys ohne Auswärtsfans gefüllten Sektor. Als wäre ein Abbruch „lieber“ denn eine fertiggespielte Niederlage.
Nach der Partie gab es noch Auseinandersetzungen mit der Polizei.
In der 91. Minute musste lange unterbrochen werden, weil die Rapid-„Fans“ die Sicherheit dauerhaft gefährdeten. Alleine das wird eine Strafe durch die Bundesliga hervorrufen.
Aber das ist noch lange nicht alles.
Strafe für 3 Partien
Rapid ist – so wie die Austria – „auf Bewährung“. Da in diesem Fall aber ganz klar ist, wer für den Skandal gesorgt hat, wird die bereits verhängte Strafe nur für Rapid schlagend werden.
2024 wurde entschieden, dass im Wiederholungsfall drei Top-Heimspiele (etwa gegen Austria, Salzburg, Sturm oder LASK) ohne organisierte Fanszene ausgetragen werden müssen, also der Block West und der gegenüber liegende Sektor leer bleiben.
Hoff Thorup: „Die Fans unterstützen uns großartig, aber am Ende ist das Schlimmste passiert: Wenn du im Stadion Angst haben musst.“
Gut möglich, dass Rapid in Runde 22 ein Entscheidungsspiel gegen Salzburg in einem halb leeren Stadion austragen muss.
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