Sport | Fußball
05.11.2018

Austria: Der neue Präsident ist gleich gefordert

Der am Montag gewählte Frank Hensel übernimmt einen Klub, bei dem intern wieder einmal Unruhe herrscht.

Es war nur mehr ein Formalakt: Frank Hensel wurde gestern  im Rahmen der Generalversammlung mit mehr als 94 Prozent der Stimmen zum neuen Präsidenten der Austria gewählt. Er wird künftig dem Aufsichtsrat vorstehen. Als Vizepräsidenten wurden Raimund Harreither und Josef Pröll, der Rudolf Reisner ersetzt, bestimmt.

"Ich bedanke mich für das überwältigende Vertrauen in meine Person. Es ist für mich eine Ehre und gleichzeitig eine Verpflichtung, dieses Amt ausüben zu dürfen. Für mich ist das eine Herzensangelegenheit. Ich werde meine ganze Leidenschaft in die Austria einbringen", erklärte der neue Präsident in einer ersten Stellungnahme.

Im operativen Geschäft bleibt hingegen Markus Kraetschmer auch weiterhin der Mister Austria. Der AG-Vorstand Wirtschaft hat sich – vor allem seit dem Ausstieg von Geldgeber Frank Stronach 2006 – besonders verdient um den Klub  gemacht. Allerdings kumuliert er nun, als Ergebnis einer längerfristigen Entwicklung im Verein, wirtschaftliche und auch sportliche Entscheidungsgewalt in einer Person. Ein durchaus gewagtes Unterfangen, weil dies auch eine große Abhängigkeit schaffen kann.

 

Der Präsident und der Chef

Es wird, so versicherte Kraetschmer zuletzt im KURIER-Interview, keine sportliche Entscheidung von ihm im Alleingang geben. Allerdings auch keine ohne sein Zutun, wobei es für diesen Bereich ohnehin Experten gibt. In den vergangenen Transferperioden mischte er bei sämtlichen Verpflichtungen entscheidend mit, so auch als Hauptverantwortlicher bei den Bestellungen von Trainer Letsch und Sportdirektor Muhr. Freilich entscheidet der Aufsichtsrat letztinstanzlich, doch das auch meist nur auf Empfehlung von Vorstand Kraetschmer.

Eine Tatsache ist auch, dass die Austria seit Thomas Parits (2015) in ihrer Struktur kein adäquates Gegengewicht in sportlichen Belangen im Führungsgremium besitzt.