Fußball, Mattersburg - Austria

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Sport Fußball
06/13/2020

Aufatmen bei der Austria: Klarer Sieg beim Lieblingsgegner

Den Wienern gelang in Mattersburg ein kleiner Befreiungsschlag. Während WSG Tirol und Altach ungefährdete Siege feierten.

von Christoph Geiler, Günther Pavlovics

Die Wiener Austria ist im Kampf um den Gewinn der Qualifikationsgruppe in der Fußball-Bundesliga an Leader Altach drangeblieben. Die Favoritner gewannen am Samstag in Mattersburg klar mit 4:1 und liegen sechs Runden vor Schluss weiter einen Punkt hinter den Vorarlbergern. Für das Team von Coach Christian Ilzer war es erst der zweite Saison-Auswärtssieg - beide gelangen gegen Mattersburg.

Die Burgenländer verströmten in Zeiten wie diesen ein bisschen Heurigenstimmung. Aufgrund der – den Hygienebestimmungen geschuldeten – Raumaufteilung, wurde auf der Tribüne ein Pressebereich improvisiert. Die Heurigenbankerl erinnern ein bisschen an den Pressebereich auf dem Sportklub-Platz vor 30 Jahren.

Die Austria als Angstgegner

Damals machte sich Mattersburg gerade auf, aus der fünften Liga kommend in höhere und höchste Gefilde vorzustoßen. Die Austria aber spielte in der Zeit fast immer um den Titel mit. Mit Stöger, Ogris, Percudani, Hasenhüttl – um ein paar der damaligen Helden zu nennen.

Fußball, Mattersburg - Austria

Jetzt kickt der traditionsreiche Klub nicht bei den besten sechs Klubs mit und agiert nicht einmal in der Qualifikationsgruppe souverän. Nach der Niederlage gegen Altach baute Trainer Ilzer an vier Positionen um. Für Sax, Demaku, Palmer-Brown und Martschinko kamen Zwierschitz, Borkovic, Ebner und Jeggo.

Mattersburg hat zwar in den ersten drei Spielen nach der Corona-Pause nicht verloren, aber die Austria ist so etwas wie der Angstgegner, in den letzten 22 Spielen gab es nur vier Siege gegen die Wiener. Die sind vom alten Glanz weit entfernt, sie brauchten nicht einmal Genieblitze bei Standardsituationen – die schläfrigen Mattersburger machten es ihnen einfach zu einfach.

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Das erste Tor der Wiener resultierte noch aus dem Spiel heraus, der Schuss von Sarkaria wurde abgefälscht. Beim zweiten Treffer verlängerte Monschein eine Ecke, Zwierschitz köpfelte ein. Den dritten Treffer köpfelte Palmer-Brown nach einer Ecke unbedrängt ein. Das vierte Tor war ein schöner Freistoß von Grünwald ins Kreuzeck.

Mattersburg brachte die Hintermannschaft der Austria selten in Bedrängnis, schöpfte nach dem 1:2 durch Bürger nur kurz Hoffnung. Bürger ist mit 57 Bundesliga-Toren alleiniger Klubrekordler vor Michael Mörz.

  • STIMMEN ZUM SPIEL

Franz Ponweiser (Mattersburg-Trainer): "Wir haben uns viel vorgenommen, wenn man aber so viele Standardtore bekommt, hast du gegen die Austria keine Chance. Ich ärgere mich maßlos wegen der Standards. Wir haben da die Spannung verloren. Wir wissen eh, was da unten gefragt und gefordert ist, heute haben wir es in vielen Phasen nicht gebracht. Es war absolut nicht unser Tag."

Christian Ilzer (Austria-Trainer): "Mattersburg scheint in dieser Saison ein guter Boden für uns zu sein. Wir haben ein gutes Spiel gemacht. In den letzten Tagen hat es viel Kritik gegeben, heute muss ich meine Mannschaft loben. Wir freuen uns über den Sieg. Klar ist, dass jetzt nicht alles gut ist, wir müssen weitermachen, am Dienstag kommt schon die WSG Tirol. Es gibt alle drei Tage ein Spiel, wir brauchen nicht zum Saisonende schauen, sondern müssen von Runde zu Runde unsere Leistung stabilisieren und verbessern."

WSG Tirol stürmt auf Platz drei

Und in der Südstadt? Dort gab es nach einer Stunde für Thomas Silberberger kein Halten mehr. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich der schwer verletzte Cheftrainer von WSG Tirol noch strikt an die Vorgaben seiner Ärzte gehalten und sein eingegipstes Bein diszipliniert auf dem Stuhl hochgelagert. Als dann aber Dedic schneller und geschickter war als Admira-Goalie Leitner und den Ball zum 2:0 einschob, hüpfte Silberberger auf dem gesunden Bein dermaßen wild durch die Gegend, dass seine Ärzte wohl noch ein strenges Wörtchen mit ihm reden werden.

Fu§ball, FC Flyeralarm Admira - WSG Tirol

Thomas Silberberger wird den Rüffel wohl verschmerzen. Mit seiner Rückkehr nach dem schweren Motorradunfall hat sich bei WSG Tirol ein Trainereffekt eingestellt. Der souveräne 3:0-Auswärtssieg gegen eine harm- und hilflose Admira-Mannschaft durch Tore von Yeboah (38), Dedic (58.) und Maierhofer (61.) ließ die Tiroler vom letzten Platz auf Rang drei klettern. So überzeugend die Kaltschnäuzigkeit des Aufsteigers vor dem Tor war, so erschreckend war die Defensivleistung der Admira.

Neues Schlusslicht ist nun eine Mannschaft, die noch vor einer Woche hochgejubelt worden war. Nach zwei Niederlagen in Serie findet sich SKN St. Pölten plötzlich wieder am Tabellenende wieder. Beim 0:2 in Altach legten die Hausherren durch Nussbaumer einen Blitzstart hin (3.) und bogen früh auf die Siegerstraße ein. Nachdem Hofbauer (33.) innerhalb von zwei Minuten zweimal Gelb sah, hatten die Altacher leichtes Spiel. Sam erhöhte nach der Pause auf 2:0 (66.), damit bleibt Altach Leader.

  • Qualifikationsgruppe, 26. Runde:

MATTERSBURG - AUSTRIA WIEN 1:4 (1:2)
Tore: 
0:1 (18.) Sarkaria, 0:2 (30.) Zwierschitz, 1:2 (38.) Bürger, 1:3 (48.) Palmer-Brown, 1:4 (58.) Grünwald.

ALTACH - SKN ST. PÖLTEN 2:0 (1:0)
Tor: 
1:0 (3.) Nussbaumer, 2:0 (66.) Sam.
Gelb-Rote Karte: Hofbauer (SKN/33.).

ADMIRA - WSG TIROL 0:3 (0:1)
Tor: 
0:1 (38.) Yeboah, 0:2 (58.) Dedic, 0:3 (61.) Maierhofer.

1.

SCR Altach

26

9

5

12

40:46

-6

20

**

2.

Austria Wien

26

7

11

8

39:40

-1

19

 

3.

WSG Tirol

26

6

6

14

31:57

-26

14

 

4.

SV Mattersburg

26

6

5

15

31:58

-27

14

**

5.

FC Admira

26

5

7

14

25:49

-24

12

 

6.

SKN St. Pölten

26

4

9

13

27:60

-33

12

 

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