Sport | Fußball
12.12.2017

Anpfiff für Peter Stögers Dortmund-Abenteuer

Der Wiener gibt heute sein Debüt als Dortmund-Trainer mit dem Gastspiel in Mainz.

Einen Tag nach seiner spektakulären Verpflichtung hat Trainer Peter Stöger bei Borussia Dortmund seine heikle Mission in Angriff genommen. Der 51 Jahre alte Wiener muss beim BVB nach acht Bundesliga-Spielen ohne Sieg bereits am Dienstag (20.30 Uhr, live Sky) bei Mainz seine erste Bewährungsprobe als Nachfolger von Peter Bosz bestehen.

Dem beim 1. FC Köln beurlaubten Stöger bleibt nach nur einer Woche Arbeitslosigkeit kaum Zeit, der zuletzt verunsicherten Mannschaft neues Leben einzuhauchen. "Jetzt gilt es, schnell die Trendwende zu schaffen", betonte Sportdirektor Michael Zorc. "Wir haben ja schon am Dienstag das nächste Spiel." Angesichts der schwierigen Vorbereitungen auf die Partie in Mainz mit nur einem Training im Dortmunder Schneegestöber am Montag geriet die Auslosung des nächsten Europa-League-Gegners in Nyon fast zur Nebensache.

Neue Chance

Dabei erhält Stöger nach dem Scheitern mit Köln nun die Chance, mit dem aus der Champions League ausgeschiedenen Revierklub im Februar 2018 gegen Atalanta Bergamo das Achtelfinale zu erreichen. Der Vorjahres-Vierte der Serie A scheint schlagbar.

Zunächst aber hat die Bundesliga Priorität. Stöger ist als Psychologe gefragt und muss den Profis das abhanden gekommene Selbstbewusstsein zurückgeben. Assistent Manfred Schmid ist nach einer Hüftoperation noch in Köln und daher beim Mainz-Spiel nicht dabei.

Die heftige Kritik von Marcel Schmelzer an den Kollegen nach dem 1:2 gegen Bremen offenbarte, dass auch mannschaftsintern Gräben zuzuschütten sind. Nach Worten von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke soll Stöger "empathische Fähigkeiten" besitzen. Der Trainer habe gezeigt, "dass er eine Mannschaft zusammenfügen kann, wenn Risse da sind", sagte Watzke. "Wir müssen schauen, was wir in der kurzen Zeit schnell ändern können", so Stöger.

Die BVB-Bosse trauen dem Österreicher zu, das mit Stars gespickte Team wieder auf Kurs zu bringen. "Er hat in Köln über vier Jahre hervorragende Arbeit geleistet und die Mannschaft stetig entwickelt", lobte Zorc. "Seine Mannschaft hat große Stabilität ausgezeichnet. Diese Stabilität erhoffen wir uns von Peter."

Hitzfeld-Kritik

Weil die BVB-Verantwortlichen mit Stöger zunächst bis Saisonende planen, müssen sie mit Spekulationen um dessen Nachfolge leben. Laut Bild sollen sich die Borussen bereits mit Hoffenheims Julian Nagelsmann einig sein. Der umworbene 30-Jährige: "Das sind immer lustige Fragen."

Dortmunds Ex-Trainer Ottmar Hitzfeld rät Nagelsmann davon ab, schon jetzt zu einem Topklub zu wechseln. "Für die persönliche Entwicklung ist es immer gut, wenn man Erfahrungen sammelt. Hoffenheims Abschneiden in der Europa League war ja jetzt auch nicht so goldig", so Hitzfeld gegenüber der dpa. "Und wenn so ein Trainer dann bei Dortmund ist mit erst 31 Jahren, dann frage ich mich: Was für Ziele hätte er später noch mit 40, was folgt dann?"