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Sport Fußball
06/14/2021

ÖFB-Sieg zum EM-Start! So gut, wie sich das anhört, war nicht alles

Zwischen der Chance von Kalajdzic (22.) und dem Kopfball von Gregoritsch (64.) verzeichnete Österreich keinen Schuss. Warum das so war.

von Muhammet Akagündüz

Die Freude über den ersten Sieg bei einer EM ist riesig, die Erleichterung bei allen zu spüren. Dennoch: Ein genauer und kritischer Blick auf das Spiel lohnt sich, so gut sich das Ergebnis anhört, war im Spiel nicht alles.

Es war eine überraschende und unerwartete Grundordnung von Franco Foda. Allerdings: positionell wurden alle Spieler mit jenen Rollen betraut, die sie auch im Klub ausfüllen. Den Plan über die Halbräume und die Flügel in die Tiefe und in den Strafraum zu kommen erkannte man sofort. Speziell die Angriffe über die linke Seite versprachen mehr. Marcel Sabitzer hatte eine besondere Rolle. Er besetzte abwechselnd Halbraum und Seite um von dort diagonale tiefe Bälle oder Hereingaben in den Strafraum zu spielen. Die zwei gefährlichsten Aktionen entstanden aus genau solchen Situationen – und auch das 1:0 durch Stefan Lainer.

Im Gegensatz zu den letzten Spielen war das Positionsspiel stark verbessert.  Eine bessere Raumaufteilung und eine gute Ballzirkulation bis zum letzten Drittel war erkennbar. So gut es bis dort hin auch war, so schlecht war die Besetzung der letzten Linie und des Raumes vor der Abwehr des Gegners. Insbesondere Kalajdzic zeigte Schwächen im Positionsspiel. Er ließ sich wieder zu weit ins Mittelfeld fallen, konnte sich aber trotzdem wenig ins Spiel einbinden und fehlte an letzter Linie. Somit konnte nur sein Sturmpartner Baumgartner als schlechtere Option mit hohen Diagonalbällen angespielt werden.

Auch Alabas Position sorgte für eine große Überraschung. Sie war effektiv gewählt, er konnte sich gut in den Spielaufbau einbinden, das Spiel von hinten lenken und, was noch wichtiger war, die Ansätze von gegnerischen Angriffen durch gute Absicherung verhindern. In der zweiten Hälfte konnte er durch Positionswechsel mit Hinteregger auch für Akzente in der Offensive sorgen und wurde mit statistischen Rekorden zum Mann des Spiels.

42 Minuten ohne Schuss

Zum Gegner: Nordmazedonien konnte sich bald auf die Österreicher einstellen, wurde mutiger, und konnte vorwiegend über die linke Seite mit Alioski, Elmas und Pandev gute Angriffe starten. Zwischen der Chance von Kalajdzic in der 22. Minute und dem Kopfball von Joker Gregoritsch (64.) waren sie nicht nur die gefährlichere Mannschaft.

In diesem doch sehr langen Zeitraum von 42 Minuten verzeichneten die Österreicher keinen einzigen Schuss, spielten keine einzige Torchance heraus. Unsicherheiten, Nervosität hatten sich bemerkbar gemacht, Fehler schlichen sich ein.

Erst mit der Einwechslung von Arnautovic und Gregoritsch und des späten Positionswechsels von Alaba konnte Österreich aus seiner optischen Überlegenheit Torchancen herausspielen.

Gregoritsch konnte die Position des Mittelstürmers besser als Kalajdzic interpretieren, war vermehrt an letzter Linie und in gefährlichen Zonen. Arnautovic brachte eine positive Präsenz. Mit dem Führungstor und dem daraus folgenden risikoreicheren Spiel von Nordmazedonien ergaben sich Räume, die das Team gut nutzen und das Spiel verdient gewinnen konnte.

Der Matchplan von Franco Foda ging schließlich auf.

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