Sport | Fußball-WM
03.07.2018

#NeymarChallenge: Spott und Häme für Brasiliens Superstar

Tor und Assist: Neymar schoss Brasilien ins Viertelfinale - seine Leistung war aber nicht das Gesprächsthema Nummer eins.

Es sollte nicht verwundern, dass am Tag nach Brasiliens Viertelfinal-Einzug alles über den Superstar im Dress der Selecao spricht: Neymar glänzte im Achtelfinal-Duell mit Mexiko mit dem Führungstor sowie der Vorlage zum 2:0-Endstand. Aber über den starken Auftritt des PSG-Angreifers wird fast nicht gesprochen.

Stattdessen ergießen sich über den 222-Millionen-Mann, dem hartnäckig ein Angebot von Real Madrid nachgesagt wird, vor allem Spott und Häme. Grund dafür sind die schauspielerischen Einlagen nach jedem noch so kleinen Körperkontakt, mit denen Neymar das Spiel verschleppt - und zunehmend seine eigene Glaubwürdigkeit untergräbt.

Gegen Mexiko sorgte vor allem eine Szene mit Miguel Layun für Diskussionen. Der Mexikaner trat Neymar an der Seitenlinie auf den Knöchel, Absicht lässt sich durchaus nicht ausschließen - aber Neymars Reaktion war so übertrieben, dass nicht nur der Schiedsrichter auf eine mögliche Karte gegen Layun verzichtete, sondern im Internet über den Brasilianer gewitzelt wurde - obgleich die Szene durchaus schmerzhaft gewesen sein mag.

Vor allem die mexikanischen Fans ließen es sich nach dem Ausscheiden aus der WM nicht nehmen, Neymar - als Abschiedsgeschenk - noch ein wenig Spott mitzugeben. Unter den Hashtags #DoTheNeymar und #NeymarChallenge wird der Brasilianer aufs Korn genommen - in kurzen Videos stellen Fans dabei den theatralischen Ausbruch Neymars nach dem Kontakt mit Layun dar.

Auch Fußball-Legende Eric Cantona ließ es sich nicht nehmen, über den Brasilianer herzuziehen:

Etwas weniger humorvoll sah es hingegen Mexiko-Coach Juan Carlos Osorio. Dieser attackierte Neymar nach dem Spiel heftig. "Es solle nicht so viel Schauspielerei im Fußball geben, monierte der mexikanische Coach. "Das ist ein schlechtes Beispiel für die ganze Welt und all die Kinder vor dem Fernseher. Es gab eine Phase, wo das Spiel vier Minuten unterbrochen war."

Seine Mannschaft habe lange Zeit sehr gut gespielt. "Aber leider haben wir viel Zeit verschwendet wegen eines Spielers. Es ist eine Schande für den Fußball", sagte Osorio, ohne Neymar beim Namen zu nennen. "Dadurch haben wir unseren Rhythmus verloren.

Auch Zlatko Junuzovic übte in seiner KURIER-WM-Kolumne herbe Kritik am brasilianischen Superstar. "Er macht sich das Leben selbst sehr schwer und erhöht damit auch den Druck auf sich selbst. Das permanente Gestikulieren und das Reden mit dem Schiedsrichter sind einfach zu viel. Kein Wunder, dass dann einige Schiris genau auf Neymar achten, bevor sie pfeifen. Einiges an seiner Situation hat er sich selbst zuzuschreiben."