Titelverteidiger: 2012 jubelte Piqué mit Spanien über den Finalsieg.

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Alte Stärken
06/27/2016

Spanien vs. Italien: Duell der Geläuterten

Zwei Jahre nach den WM-Pleiten haben sich Spanien und Italien wieder selbst erfunden.

von Günther Pavlovics

Vor vier Jahren bestritten Spanien und Italien das EM-Finale. Zwei Jahre danach war für beide Teams Brasilien keine Reise wert, beide schieden schon in der Vorrunde aus.

Italien gewann zum Auftakt gegen England, verlor danach aber gegen Costa Rica und Uruguay. Spanien kassierte gleich im ersten Spiel ein 1:5 gegen die Niederlande, verlor danach auch noch gegen Chile und siegte nur gegen Australien.

Zwei Jahre danach präsentierten sich beide Traditionsteams aber wieder von ihrer besseren Seite. Spanien überzeugte in den ersten beiden Gruppenspielen, verlor danach aber gegen Kroatien. Italien war gegen Belgien bärenstark, gewann noch gegen Schweden und verlor mit der B-Elf gegen Irland.

Echter Neuner

Spanien hat gegenüber der WM 2014 vor allem im Angriff umgestellt. Teamchef Vicente del Bosque hat diesmal Diego Costa, Fernando Torres und David Villa daheim gelassen. An ihrer Stelle hat Morata gezeigt, dass er der gesuchte Neuner ist, sein Ersatz ist Routinier Arduriz. Mit Nolito kam frischer Wind ins Vorwärtsspiel. Nur Pedro ist noch dabei – und der ist frustriert, weil er nur so wenig spielen darf.

Spanien hat wieder zum Erfolgsstil zurückgefunden. Wie bei den Titelgewinnen 2008 und 2012 setzt Del Bosque wieder auf Ballbesitz und Dominanz im Mittelfeld. Das grenzt wieder an fades Ballgeschiebe, brachte den Erfolg aber wieder zurück.

Und in den spanischen Medien wird das Teamcamp gelobt: In Brasilien war es in Curitiba weitaus kälter als in den Spielorten. Auf der Ile de passt diesmal alles.

Bei den Italienern hat sich das Personal gar nicht so sehr geändert. Buffon, Barzagli, Chiellini, Bonucci, De Rossi, Thiago Motta, Candreva, Parolo, Immobile – sie alle waren vor zwei Jahren unter Teamchef Cesare Prandelli schon dabei. Vielleicht war auch das der Grund, weshalb die Leistung beim Sieg gegen Belgien als Überraschung, wenn nicht Sensation, gefeiert worden ist.

Echte Männer

Aber Antonio Conte als Teamchef hat der Mannschaft wieder viel von der alten italienischen Fußball-Mentalität eingehaucht. "Ich habe 23 Spieler nominiert, die nicht nur Fußballer, sondern echte Männer sind", erklärte Conte seine Auswahl. Spaniens Ex-Teamchef Javier Clemente sagte: "Bis sie nicht tot vom Platz getragen werden, geben sie sich nicht geschlagen."

"Vor zehn Jahren wollte keiner gegen uns spielen, aber das war zuletzt nicht immer so. Wir wollen aber dort wieder hin", sagte Thiago Motta. Jedoch nicht zum alten Stil. "Talent gegen Catenaccio", titelte die spanische Tageszeitung El Mundo. Das will Spaniens Teamchef Del Bosque so nicht stehen lassen: "Sie spielen so offensiv wie alle anderen Teams hier. Das ist nur so eine Lade, in die Teams gesteckt werden." Sein ehemaliger Vorspieler Xavi Hernández warnte jedoch vor der Defensive, die er als Fels bezeichnete.


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