Ricardo Quaresma verwandelte den letzten Elfmeter.

© APA/AFP/VALERY HACHE

Fußball
06/30/2016

Portugal nach Elferkrimi im Halbfinale

Portugal schaffte das Kunststück, ohne einen Sieg nach 90 Minuten in ein EM-Halbfinale zu kommen.

Was war nicht alles geschrieben und diskutiert worden? Über Robert Lewandowski, der noch kein Tor erzielt hatte bei dieser EM. Oder über Spieler der Bayern, von denen mit Jerome Boateng nur einer ein Tor erzielt hatte bisher. Eine Minute und 41 Sekunden dauerte es, da waren all jene Diskussionen mit einem Schlag beendet, als Lewandowski der Partie jäh auf den Kopf stellte.

Portugals rechter Verteidiger Cédric hatte sich bei einem Diagonalball von Polens Piszczek völlig verschätzt. Grosicki konnte links unbedrängt in Richtung Strafraum laufen. Seine Hereingabe fand Lewandowski, der präzise ins linke Eck abschließen konnte. Es war das zweitschnellste Tor der EM-Geschichte. Für das schnellste hatte der Russe Dmitri Kiritschenko 2004 gesorgt, als er nach 67 Sekunden gegen Griechenland traf. Lewandowski beendete seine Torsperre von zuletzt sieben Länderspielen und zwang die Portugiesen zum Handeln.

In aller Ruhe

Doch die Portugiesen hatten keine Eile. Seelenruhig schob man einander den Ball zu, zwar in des Gegners Hälfte, aber ohne Druck auszuüben. Die Polen postierten sich geschickt vor ihrem Strafraum. Auch für Ronaldo gab es kein Durchkommen. Der Weltstar war auch nicht vom Glück verfolgt, als er nach 30 Minuten von Pazdan im Strafraum zu Boden geschubst wurde und es keinen Elfmeter gab.

Passend zum Spiel der Portugiesen brauchte es eine Einzelaktion, um zum Ausgleich zu kommen. Renato Sanches, der aktivste Mann auf dem Platz, der überall zu finden war, traf nach Doppelpass mit Nani von der Strafraumgrenze mit seinem schwächeren linken Fuß ins rechte Eck. Sehenswert, aber ein wenig glücklich, weil der Ball leicht von Krychowiak abgefälscht worden war.

Jüngling

Der 18-jährige Sanches wurde damit zum drittjüngsten Torschützen der EM-Geschichte hinter Johan Vonlanthen und Wayne Rooney. Der zweite Bayern-Spieler, der an diesem Abend ein Tor erzielte war er aber nicht, weil der Transfer von Benfica nach München um 35 Millionen Euro erst mit dem heutigen 1. Juli vollzogen wird.
Nach dem Seitenwechsel waren es die Polen, die mehr Spielanteile hatten. Zu Torgefahr reichte das aber nicht unbedingt. Erst nach 69 Minuten wurde Milik aus spitzem Winkel nach einer Flanke von Jędrzejczyk gefährlich. In der Defensive konnten die Polen mit viel Laufarbeit meist schnell für Überzahl sorgen, sodass sich die Portugiesen kaum entfalten konnten.

Bis zur Schlussphase.

Da resultierte die größte Gefahr aus einer Slapstick-Einlage, als Jędrzejczyk zwischen einen Pass von Pepe auf Ronaldo grätschte und dabei den Ball in Richtung Tor ablenkte. Nur Zentimeter fehlten auf ein Eigentor (81). Vier Minuten später hätte Ronaldo die Partie entscheiden können, als er nach einem herrlichen Lupfer in den Strafraum von Moutinho den Ball volley nicht traf.

Auch in der Verlängerung hatte der Real-Star die erste Chance. Es war nach zwei Minuten die einzig nennenswerte, ehe ein Elfmeterschießen die schließlich müde Partie entscheiden musste.

Dieses eröffnete Ronaldo mit Erfolg, Lewandowski folgte ebenso souverän. Nach den Treffern von Sanches, Milik, Moutinho, Glik und Nani scheiterte Błaszczykowski an Rui Patrizio. Quaresma nützte die Gunst und schoss Portugal ins Halbfinale.

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